Freitag, 12. Juli 2019

Summer Break



Es ist Sommerpause!
Bis zum Herbst gibt es nur noch sporadisch neue Posts.

Lasst Eure Smartphones liegen und geht raus in die Natur. Wer es durchaus nicht sein lassen kann, liest die Serie zu Rohstoffen und Ressourcen oder über Silicium enthaltende Medikamente,  um die Zeit bis zum Herbst herum zu bringen.



http://anorg-chemie.blogspot.de/search/label/Breaking%20Bad


Sehr beliebt bei der Leserschaft sind die Posts zu "Breaking Bad". 
Meine Favoriten sind "Radioactive Boy Scout and the Golden Book of Chemistry".

http://anorg-chemie.blogspot.de/search/label/Golden%20Book

Samstag, 8. Juni 2019

Graphical Abstracts in Chemistry

Die Kunst des Abstracts

Jeder Artikel in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift verfügt über eine Kurzfassung, den sogenannten "Abstract". Dieser fasst die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit zusammen. Darüber hinaus gibt es in chemischen Fachzeitschriften eine besondere Form der Kurzfassung, den "Graphical Abstract". Dieser zeigt blitzlichtartig das wichtigste Ergebnis oder einen wichtigen Sachverhalt aus dem Artikel. Der Graphical Abstract wird beim Inhaltsverzeichnis der Zeitschrift mit dargestellt. Hier dient er als Blickfang für alle Leser, die das Inhaltsverzeichnis durchblättern. Graphical Abstracts funktionieren sowohl bei den gedruckten Zeitschriften als auch in der online-Version.
Angesichts einer exponentiell wachsenden Flut an Publikationen (siehe "Über die Inflation wissenschaftlicher Zeitschriften") bietet der Graphical Abstract eine Möglichkeit Artikel aufzustöbern, die man sonst vielleicht übersehen hätte. So wie es schön und überraschend sein kann, in einem Buchladen unbekannte Bücher zu entdecken, so bietet der Graphical Abstract im Inhaltsverzeichnis ebenfalls die Möglichkeit etwas zu finden, was man gar nicht gesucht hat.




Donnerstag, 30. Mai 2019

New on the Bookshelf - Part 4

Neu in der Bibliothek


Das Buch "Shattered Symmetry" von Pieter Thyssen bietet eine Einführung in die Gruppentheorie und weit darüber hinaus bis zum "achtfachen Weg der Quarks, der vierdimensionalen Symmetrie des Wasserstoffatoms und der Struktur des Periodensystems".  Sehr mathematiklastig, sicher nicht für den leichtfertig Zerstreuung suchenden Leser geeignet. Der Autor nutzt Illustrationen aus "Alice im Wunderland und" und "Alice hinter den Spiegeln" um Sachverhalte zur Symmetrie zu verdeutlichen. Das ist ganz witzig und lockert die Lektüre auf.





Samstag, 25. Mai 2019

New on the Bookshelf - Part 3

Neu in der Bibliothek



"Atomic Adventures: Secret Islands, Forgotten N-Rays, and Isotopic Murder - A Journey Into the Wild World of Nuclear Science" von James Mahaffey. Eine Reise durch die wilde Welt der Atomwissenschaft, geschrieben von einem Insider. Kernspaltung und Atombombenprojekte in verschiedenen Ländern, Röntgenlaser, kriminelle Nutzung der Kernenergie und vieles mehr. Das Buch ist definitiv nicht  für zart besaitete Personen geeignet. An Kernphysik interessierte Leser wird es sicher ansprechen.


Samstag, 18. Mai 2019

New on the Bookshelf - Part 2

Neu in der Bibliothek


"Kleine Entdeckungsgeschichte(n) der Chemie im Kontext von Zeitgeschichte und Naturwissenschaften" von Michael Wächter ist eine recht kurz gehaltene Geschichte der Chemie, gut lesbar und verständlich. Empfehlenswert für Interessenten.




Donnerstag, 9. Mai 2019

Predatory Conferences

Tagungsorganisation als Geschäftsmodell - Teil 2

Was würden Sie davon halten, wenn Sie nicht nur als Redner zu einer wissenschaftlichen Tagung eingeladen würden, sondern sogleich auch noch im "Scientific Advisory Board" der Tagung mitarbeiten dürften? Das wäre doch eine verlockende Gelegenheit. Nähere Betrachtung der unten stehenden E-Mail ließ mich dann doch misstrauisch werden: Warum sollte ich ausgerechnet beim Themengebiet "Spectroscopy" mitarbeiten? Wie komme ich zu der Ehre?
Der Wissenschaftsjournalist Leonid Schneider beobachtet schon seit längerem die als Organisator dieser Tagung auftretende "International Association of Advanced Materials" (IAAM). Die Ergebnisse seiner Recherchen stellt er auf seiner Webseite "For  Better Science" zusammen. Posts die die "IAAM" betreffen sind diese: Linköping University and Tiwari’s predatory conferences, Predatory conferences and other scams of false Swedish Professor Ashutosh Tiwari. Aus dem Gelesenen entnehme ich, dass Tagungen die von dieser Gesellschaft organisiert werden "Predatory Conferences" sind! Finger weg von diesen Tagungen, nehmen Sie nicht daran teil!




Abbildung: Alice hat sich auf eine Predatory Conference verirrt (Original: Illustration von John Tenniel).



Folgende E-Mail erhielt ich:

Greetings from the IAAM!
On the behalf of congress organizer and based on your expertise and contribution in this important subject area, I am delighted to invite you to deliver an Invited Talk and join as a Member of Scientific Advisory Board in the Thematic Subject on “Spectroscopy” of European Analytical Methods and Spectroscopy Congress during 11 – 14 August 2019, Stockholm, Sweden. If you are interested to participate and share your experience in our rich legacy of advancement of analytical methods and spectroscopy to global excellence, please send me your consent by 05 May 2019.
....
Please note that it is purely academic contribution and organiser will not pay any honorarium for this service. The IAAM hereby confirm you to provide a certificate for member of scientific advisory board after the congress. The Member of Scientific Advisory Board will also get complementary membership of IAAM for 5 years. Please read benefits and other information

  The International Association of Advanced Materials has a rich legacy of more than 5000 well-known speakers from about 100 countries of their IAAM congress assemblies in 2018. The glimpse of truly international networking has strengthened the objective, Knowledge Experience at Sea. Please read more about AMC and follow IAAM Blogs

The congress will bring an amazing experience of cruise hospitality and visit two capital cities of Scandinavia, with allusion of the beautiful views of Stockholm archipelago sailing through nearly 30,000 islands in the summer. Be a part of "Analytical Methods and Spectroscopy" @IAAM, which will run with the 4 thematic sessions and 2 parallel congresses.


Samstag, 4. Mai 2019

New on the Bookshelf

Neu in der Bibliothek


The Rhubarb Connection and Other Revelations von Lars Öhrström, Jacques Covès und Raychelle Burks bietet gut lesbare und teilweise amüsante Essays über Metalle, Metallionen und Metallkomplexe, so z.B. cis-Platin in der Krebstherapie, Rhabarber und Nierensteine, Vergiftungen mit Metallverbindungen.






"Elemente in 30 Sekunden" von Eric Serri. Das Buch erschien bereits 2016, passt aber genau zum Internationalen Jahr des Periodensystems. Die 50, nach Meinung der Autoren, wichtigsten Elemente werden jeweils auf einer Seite vorgestellt, mit Anwendungen und teils witzigen Illustrationen.





Samstag, 6. April 2019

Zitationsvorteil für Open-Access-Publikationen

In der bibliometrischen Fachliteratur taucht immer wieder der Begriff  "Citation Advantage" also Zitationsvorteil auf. Dabei wird vermutet, dass Open-AccesssPublikartionen öfter zitiert werden als kostenpflichtige Artikel - einfach weil sie leichter verfügbar sind. Ob das wirklich so ist und unter welchen Bedingungen eine Open-Access-Publikation tatsächlich mehr Zitationen einbringt, erfahren Sie in dem Artikel "Vorteil für Open-Access-Publikationen". Dieser ist in den Nachrichten aus der Chemie, Band 67, 2019, Heft 4, Seite 29-31 erschienen.


Carl Sptizweg: Der Bücherwurm (Quelle Wikimedia Commons)


Im Zusammenhang mit den Diskussionen um Open Access und die Geschäftspraktiken kommerzieller Verlage sind vielleicht noch folgende Artikel interessant:

Samstag, 2. März 2019

Marketing Video of TU Bergakademie Freiberg




Wer sich weiter über das Leben an einer Universität informieren möchte, kann sich zum Beispiel folgende Webseite vornehmen: "22 Filme die du sehen solltest, bevor Du an einer Universität studierst."  Nicht ganz ernst gemeint ;-)  und eine sehr amerikanische Sichtweise...

Ergänzung am 17. März:

Man hat mich auf "Die Mutter aller Imagfilme" aufmerksam gemacht: Dort steckt Alles drin! Es gibt kurze Interviews mit dem CEO, Acquisition Executive und Sales Manager. Außerdem sind die Worthülsen des Werbesprechs verarbeitet: "effiziente Synergieeffekte nutzen, Kernkompetenz, Nachhaltigkeit, Qualität und Leidenschaft, wir gehen die extra Mile, Face to the Customer..."; und das alles in 4 Minuten 23.

Samstag, 16. Februar 2019

Datenbanken - Fachinformation - Literaturrecherchen - Version 2.0

2013 hatte ich schon einmal eine Übersicht über relevante Datenbanken für Chemiker und Naturwissenchschaftler geliefert. Es ist Zeit für ein Update dieses Posts, da sich inzwischen so einiges geändert hat. Nachfolgend also die aktualisierte Übersicht zu den aus meiner Sicht wichtigsten Datenbanquellen in den Naturwissenschaften. Diese Zusammenstellung ist persönlich gefärbt, desahlb bitte nicht sauer sein, wenn Ihre Lieblingsdatenbank fehlen sollte. 

Das Datenbank-Infosystem der Universitätsbibliothek Freiberg (DBIS) gibt einen sehr schönen Überblick über die verfügbaren online-Datenbanken an unserer Universität.


Hinweis für Leser von anderen Einrichtungen: Zu kostenpflichtigen Datenbanken erhalten Sie natürlich nur Zugang, wenn ihre Organisation (Firma, Universität oder Forschungseinrichtung) entsprechende Lizenzen erworben hat.


1. Wissenschaftliche Suchmaschinen


Google Scholar
Hier kann man gezielt nach wissenschaftlicher Literatur suchen. Dazu gehören Bücher, Zeitschriftenaufsätze und Patente.


BASE - Bielefeld Academic Search Engine
Das ist eine Suchmaschine für wissenschaftliche Dokumente. Aufgrund der Auswahl der Quellen enthält BASE fachlich qualifizierte Informationen in Verbindung mit umfangreichen und hochwertigen Metadaten und unterscheidet sich dadurch von kommerziellen Suchmaschinen (Quelle: Wikipedia).


ScienceResearch
Diese Datenbank verspricht "qualitativ hochwertige Ergebnisse durch Suche mittels fortschrittlicher "federated search technology" in anderen etablierten Suchmaschinen. Die in Realzeit erhaltenen Ergebnisse werden gesammelt, gewertet und Duplikate entfernt." (Quelle: About ScienceResearch.com) Ich habe bisher keine Erfahrungen gesammelt, ob diese spezielle Suchmaschine wirklich einen Erkenntnisfortschritt gegenüber "gewöhnlichen" Suchmaschinen bringt. Das probieren Sie am besten selbst aus!


Worldwidescience
Hier handelt es sich um ein Wissenschaftsportal welches vom Office of Scientific and Technical Information (OSTI) des US-Energieministeriums (DOE) betrieben wird. 




2. Datenbanken


Annual Reviews
  • Fachübergreifende Datenbank
  • Literaturangaben und Abstracts aus Naturwissenschaften, Medizin, Psychologie und Soziologie
  • Die Recherche ist kostenfrei, der Abruf der Volltexte ist kostenpflichtig!

BIOSIS - Biological Abstracts
  • Schwerpunkt der Datenbank ist Biologie und angrenzende Disziplinen (Biochemie, Biophysik, Genetik, Mikrobiologie, Ökologie, Pharmakologie, Paläontologie, medizinische Grundlagenwissenschaften)
  • es werden ca.  6000 internationale Zeitschriften ausgewertet 

ChemSpider
Ist eine frei verfügbare Datenbank chemischer Verbindungen. Sie wird von der Royal Society of Chemistry unterhalten. Das Ziel ist ein umfassender Zugang zu frei zugänglichen chemischen Informationen. Neben der Textsuche bietet ChemSpider eine Struktur- und Substruktursuche mit gezeichneten Strukturformeln an. ChemSpider legt großen Wert auf überprüfte Informationen.


INSPEC (Information Services in Physics, Electronics and Computing)
  • Inhalt der Datenbank entspricht den gedruckten Referateorganen "Physics Abstracts", "Electrical and Electronics Abstracts" und "Computer and Control Abstracts".
  • Damit liegt der Schwerpunkt der Datenbank in der Physik und allen angrenzenden Gebieten (Elektrotechnik, Elektronik, Computertechnik, Regelungstechnik, Informationstechnik, Maschinenbau, Fertigungstechnik und Produktion, Werkstoffwissenschaften, Kerntechnik, Geophysik, Ozeanographie, Biophysik, Biomedizinische Technik)
  • es werden ca. 3850 Fachzeitschriften, ca. 2200 Konferenzserien sowie Bücher, Reports und Dissertationen ausgewertet 
  • Der Zugang ist im Campusnetz über ProQuest möglich. 
  • Die Suche über "Subject Terms" oder "Classification Codes" erlaubt eine verfeinerte Suchstrategie.


Perinorm
Perinorm enthält Normen (z.B. ANSI, DIN, ISO) aus 23 Ländern, technische Regeln, deutsche Rechtsvorschriften mit technischen Bezug, geltende EU-Richtlinien und VDI-Richtlinien. Der Volltextzugriff auf Normen ist nur bei entsprechender Lizenz verfügbar!



PubMed (Public Medline)

  • PubMed enthält die Datenbank MEDLINE
  • In der Datenbank sind Informationen aus der Medizin und angrenzenden Bereichen enthalten.
  • Für die Datenbank werden mehr als 5.600 biomedizinische Zeitschriften ausgewertet.
 
Reaxys

Das ist eine Datenbank für Verbindungen und dazu gehörende Stoffdaten, Synthesen und bibliografische Angaben.Sie enthält Informationen über organische, anorganische und metallorganische Verbindungen,   ausserdem Patente (WO, EP, US) aus Life Sciences und organischer Chemie. Zu jeder Substanz können chemische Informationen, physikalische Eigenschaften, sowie pharmakologische, toxikologische und ökologische Daten abgerufen werden.
Reaxys kombiniert und ersetzt die folgenden 3 Datenbanken:
  • CrossFire Beilstein (beinhaltet die Druckausgabe von K. F. Beilsteins "Handbuch der organischen Chemie" )
  • CrossFire Gmelin (beinhaltet die Daten des gedruckten Gmelin "Handbuch der anorganischen Chemie")
  • Patent Chemistry Database

Scifinder
Scifinder bietet Zugang zur weltweit größten Sammlung chemischer Informationen. Daneben werden auch angrenzende Gebiete wie Verfahrenstechnik, Werkstoffwissenschaften und Biotechnologie erfasst.
Scifinder beinhaltet folgende Datenbanken:

  •     CAPLUS (Chemical Abstracts) und REGISTRY (Substanzen)
  •     CASREACT (Reaktionsdatenbank)
  •     CHEMCATS (Chemikalienkataloge)
  •     CHEMLIST (regulatorische Daten)
  •     Medline


ScienceDirect
  • enthält elektronische Zeitschriften und eBooks des Verlags Elsevier
  • fachübergreifende Datenbank mit Beiträgen aus Keramik, Glas- und Baustofftechnik,
    Medizin, Naturwissenschaft allgemein, Werkstoffwissenschaft / Werkstofftechnologie,
    Wirtschaftswissenschaften
  • Hinweis für Suchende: Sie bewegen sich hier nur im Universum des Verlages Elsevier. Für eine umfassende Recherche sollten sie unbedingt auch andere Datenbanken hinzuziehen!

SCOPUS 
Scopus ist laut Datenbankbetreibern, die weltweit größte Sammlung an Abstracts, Quellenverweisen und Stichwortverzeichnissen im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften, Medizin (STM), Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Datenbank bietet eine Verlinkung zu Volltext-Artikeln und anderen bibliografischen Quellen.

    Springer Link
    Das ist eine umfangreiche Sammlung von Monografien, Handbüchern und Enzyklopädien und Zeitschriftenartikeln des Springer Verlags



    Web of Science
    Ist eine fachübergreifende Datenbank mit einem breiten Fächerspektrum von Kunst-, Geistes-, Sozialwissenschaften, Medizin, Naturwissenschaften und Technik. Diese Datenbank haben wir nicht in unserer Universitätsbibliothek lizensiert.


    3. Patente

    Patente zur Chemie sind grundsätzlich auch in Scifinder enthalten und können zu jedem beliebigen Suchbegriff über "Refine / Document Type / Patent" identifizeirt werden.
    Nachfolgend sind einige kostenlose Patentdatenbanken aufgeführt. 


    4. Nachschlagewerke


    CRC Handbook of Chemistry and Physics
    • inhouse-Datenbank auf CD-Rom    
    • entspricht der gedruckten, jährlich erscheinenden Ausgabe des Handbook of Chemistry and Physics der Chemical Rubber Company CRC
    • Fachgebiete:  Chemie und Physik

    Römpp Online (Römpp-Lexikon Online)
    • RÖMPP Online ist die umfangreichste Enzyklopädie zur Chemie und den angrenzenden Wissenschaften in deutscher Sprache
    • das Nachschlagewerk bietet 60.000 Stichwörter aus fünf verschiedenen Römpp-Lexika zu den Fachgebieten Biotechnologie und Gentechnik, Chemie, Lebensmittelchemie, Naturstoffe, Umwelt- und Verfahrenstechnologie 

    Ullmanns Enzyklopädie der technischen Chemie
    Dieses Werk ist in der neuesten englischsprachigen Version innerhalb des Campusnetzes zugänglich. Unbedingt empfehlenswert, um sich in ein Thema einzulesen, sind die älteren deutschsprachigen Ausgaben. Diese stehen als Hardcopy in der Bibliothek. Hingehen, lesen!


    5. Kataloge


    SWB
    Der Online-Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) weist die Medienbestände von mehr als 1.200 Bibliotheken aus den Regionen Baden-Württemberg, Saarland und Sachsen sowie aus weiteren Spezialbibliotheken aus anderen Bundesländern nach.


    KVK
    Der Karlsruher virtuelle Katalog ist ein Meta-Katalog zum Nachweis von mehr als 500 Millionen Medien in Katalogen weltweit.


    6. Stoffdaten

    Einige der oben aufgeführten Datenbanken enthalten auch Stoffdaten, z.B. Reaxys oder Scifinder. Es gibt jedoch auch Datenbanken, die ganz gezielt spezielle Stoffdaten bereit halten. Dafür einige Beispiele:


    SDBS
    Die SDBS enthält spektroskopische Daten organischer Verbindungen. Nutzer können nach 1H-, 13C-NMR-, IR-, Raman- und Massenspektren suchen. Die Datenbank ist kostenfrei. Sie wird vom National Institute of Advanced Industrial Science and Technology bereitsgestellt. Das ist eine japanische Regierungsbehörde.


    NIST - National Institute of Standards and Technology
    Die US-amerikanische Regierungsbehörde sammelt Stoffdaten und stellt diese zur Verfügung. Die Daten sind geprüft und  voll zitierfähig. Die Webseite ist etwas spartanisch programmiert. Der Zugang zu den Stoffdaten erfolgt über die Webseite http://webbook.nist.gov/chemistry/.



    SPECINFO
    enthält spektroskopische Daten organischer Verbindungen. Die Datenbank kann über eine Webseite bei Wiley-VCH aufgerufen werden. Wir haben leider keinen Zugang zu dieser Datenbank und nutzen sie daher nicht mehr. Der Schwerpunkt der Datenbank liegt bei 13C-NMR-Spektren (fast 100000 Spektren), daneben sind auch IR-, Massenspektren und Heterokern-NMR-Spektren (15N-, 17O-, 19F-, 31P-NMR ) enthalten.



    ICSD (Inorganic Crystal Structure Database)
    enthält Kristallstrukturdaten von rein anorganischen Verbindungen, also alle Verbindungen ohne C-H-Bindungen!


      CSD (Cambridge Structural Database)

      enthält Kristallstrukturdaten von organischen und metallorganischen Verbindungen, also alle Verbindungen mit C-H-Bindungen! Sie wird als inhouse-Datenbank vom Cambridge Crystallographic Data Centre vertrieben. Also fragen Sie bei Ihrer Unversität oder Ihrem Arbeitgeber nach, ob eine Lizenz existiert.


      PDB (Protein Data Bank)
      Diese enthält Kristallstrukturen von Proteinen und biologischen Makromolekülen.


      Abbildungen in diesem Post: Leonhardt Thurneysser zum Thurn "Theosophie und Alchemie", 1574. Bereitgestellt von Deutsche Fotothek, abrufbar bei Wikimedia Commons.




      Noch offen:
      • ProQuest Materials Science Collection
      • Science of Synthesis füher Houben-Weyl
      • Landolt-Börnstein unter Springer Materials
      • STNEasy (Patente) 
      • ViFaBi
      • PubChem

      Samstag, 9. Februar 2019

      How to look serious with Predatory Open Access

      Open Access als Geschäftsmodell

      Über betrügerische Open Access Verlage haben wir bereits in den Nachrichten aus der Chemie berichtet (Open Access – kostenlos oder sinnlos? Nachrichten aus der Chemie 64, 2016, 1087).
      Fast täglich erhalte ich E-Mails, die mich zur Publikation in hoch angesehenen und teilwiese völlig neuen Open-Access-Journalen animieren wollen. Zum Glück landen die meisten davon direkt im Spam-Filter und die restlichen kann ich inzwischen ganz gut ignorieren.
      Letztens fiel mir jedoch eine solche E-Mail besonders auf. Als Absenderadresse war angegeben: "Third Floor, 207 Regent Street, London". Ich dachte bei mir: Das ist doch mitten im Herzen von London, Regent Street ist eine der Hauptgeschäftsstraßen. Dort ging ich früher gern auf einen Schaufensterbummel. Wie kann sich ein unbekannter Verlag eine solch teure Adresse leisten? Die Eingabe dieser Adresse in die Suchmaske einer Suchmaschine fördert eine Anzahl aufschlussreicher Treffer zutage: Man erhält sofort mehrere Webseiten mit Mailing-Service-Diensten angezeigt.

      Das bedeutet: Die Adresse gibt es. Man kann dort auch Post hinschicken. Diese wird dann an den eigentlichen Empfänger weiter geleitet. Es ist also eine Briefkastenfirma, die sonst wo sitzen kann. Ein Büro dieses Verlages wird man dort wohl nicht finden...




      Abbildung: William Hogarth - Wahlpropaganda (Quelle: Wikimedia Commons)

      Samstag, 2. Februar 2019

      How to make Money with Conferences

      Tagungsorganisation als Geschäftsmodell

      Mittlerweile bekomme ich fast täglich Einladungen zur Tagungen auf den ich einen Vortrag halten soll. Allerdings frage ich mich, was ich auf Tagungen über "Women Health and Breast Cancer" oder "International Pediatrics Conference" oder “ International Cell Science and Molecular Biology Conference” soll? Welchen Beitrag erhoffen sich die Veranstalter von mir auf dem Gebiet der Kinderheilkunde, Krebsforschung oder Molekularbiologie?
      Ich würde doch erwarten, dass die Veranstalter sich etwas genauer über mein Forschungsprofil informieren und mich dann gezielt einladen. Dieser Einladungen sehen eher aus wie mit der Gießkanne verteilte Massenmails, also einfach nur Spam. Für mich war es bisher ein Rätsel, wieso Tagungsveranstalter derart undifferenziert Leute einladen. Geht es hier nur darum Tagungsbeiträge zu kassieren und Geld zu verdienen? Finden diese Tagungen überhaupt statt?
      Etwas Licht in diese Fragen brachte kürzlich Michael Groß mit einem Beitrag in den Nachrichten aus der Chemie (Heft 12/2018, Seite 1219). Er beschreibt sehr schön eine solche Tagung in Amsterdam. An zwei Tagen sind am gleichen Ort 20 Konferenzen zur chemischen Materialwissenschaft und 50 weitere geplant! Die Tagungen finden tatsächlich statt, aber fast jeder Teilnehmer hat ein anderes Fachgebiet über das er vorträgt. Michael Groß schreibt: "Jeder Teilnehmer ist seine eigene Mikrokonferenz und trägt praktisch nur für sich selbst vor, da sich sonst niemand im Raum für sein Arbeitsgebiet interessiert."

      Fazit: Diese Konferenzen gibt es tatsächlich. Man kann auch dort einen Vortrag halten.
      Aber wissenschaftlichen Austausch mit Kollegen wird man dort wohl nicht finden.

      Ich kenne einige (wenige) seriöse Konferenzreihen an denen ich hin und wieder teilnehme. Diese werden von chemischen Fachgesellschaften organisiert. Im Organisationskommitee sind bekannte Persönlichkeiten aus der wissenschaftlichen Community des Gebietes vertreten. Auf der Konferenz sind auch tatsächlich Kollegen aus demselben Fachgebiet anwesend. Mit denen kann ich diskutieren und erfahre auch Neues, erhalte Anregungen und Hinweise. So sollte eine Tagung ablaufen.



      Abbildung: William Hogarth - Das Bankett (Quelle: Wikimedia Commons)


      Ergänzungen:
      • Michael Groß bezieht sich in seiner Kolumne auf wasetwatch.wordpress.com als Quelle. Dort ist der Erfahrungsbericht eines Teilnehmers einer solchen Veranstaltung ausführlich nachzulesen, mit Fotos und weiteren Quellen.
      • Wikipedia kennt bereits den Begriff "Predatory conference".  Dort sind auch einige betrügerische Tagungsveranstalter genannt.

      Samstag, 12. Januar 2019

      Extraction of Gold from Ocean Water or Wastewater

      Gold aus Meerwasser gewinnen


      Das wurde bereits in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts versucht. Fritz Haber leitete damals ein Forschungsprojekt bei dem Gold aus Meerwasser gewonnen werden sollte. In diesem Blog wurde bereits darüber berichtet.
      Diesem alten Traum scheint jetzt eine Arbeitsgruppe von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne ein Stück näher gekommen zu sein. Sie verwendeten ein Kompositmaterial aus einem Metal-Organic-Framework und einem Polymer zur Extraktion von Goldspuren aus Wassermischungen. Dabei stellten sie fest, dass diese Extraktion schnell und selektiv funktioniert. Aus einer Abwasserprobe wurden innerhalb von 30 Minuten über 99 % des Goldes extrahiert. Der verbleibende Goldgehalt lag unter 10 ppt. Die Gewinnung von Gold aus Meerwasser scheint ebenfalls möglich zu sein. Diese Experimente sind beeindruckend. Mal sehen was daraus wird.

      Hier der Verweis auf die Originalliteratur: Daniel T. Sun, Natalia Gasilova, Shuliang Yang, Emad Oveisi, and Wendy L. Queen: "Rapid, Selective Extraction of Trace Amounts of Gold from Complex Water Mixtures with a Metal–Organic Framework (MOF)/Polymer Composite" Journal of the American Chemical Society 140 (2018) 16697-16703. DOI: 10.1021/jacs.8b09555

      In einem vorangegangenen Artikel hatte sich das Autorenteam um Wendy L. Queen bereits mit der Entfernung von Schwermetallen aus Wasser beschäftigt. Dieses Verfahren könnte zur Trinkwasseraufbereitung genutzt werden. Auch hierfür verwendeten sie ein Kompositmaterial aus einem Metal-Organic-Framework und Polydopamin. Literaturstelle: ACS Cent. Sci. 4 (2018) 349-356.




      Was sind eigentlich Metal-Organic-Frameworks?
      Metal-Organic-Frameworks, abgekürzt "MOF" sind poröse Materialien, die meist aus Metallsalzen von organischen Säuren (Carbonsäuren) bestehen. Man verwendet zur Synthese dieser Verbindungen bevorzugt sperrige Carbonsäuren, bei denen zum Beispiel mehrere Carbonsäurereste an einen Phenylring oder eine Diphenyleinheit gebunden sind. Dadurch entstehen dreidimensionale Netzwerke, die große Poren in ihrer Struktur haben. Diese Poren ermöglichen die reversible Aufnahme verschiedener Stoffe. Anwendungen als Katalysatoren und Adsorptionsmittel wurden bereits untersucht. Die Autoren in dem oben genannten Artikel verwendeten den MOF "Fe-BTC". Dieser wird von der BASF als "Basolite F300" hergestellt und kann von verschiedenen Anbietern gekauft werden. Von diesem MOF gibt es anscheinend keine Strukturanalyse.

      Die unten stehende Abbildung zeigt die Struktur eines anderen MOF als Beispiel für diese Verbindungsklasse. In der Abbildung sehen Sie sehr schön die Porenstruktur des MOF. Die Struktur wurde 1999 in der Zeitschrift Science veröffentlicht.







      Abbildungen: Blick in die Elementarzelle von catena-[bis(μ6-Benzene-1,3,5-tricarboxylato)-triaqua-tri-kupfer decahydrat clathrat], Trivialname HKUST-1. Veröffentlicht in Science 283 (1999) 1148-1150. Abbildungen erzeugt mit den Daten aus der CSD, Referenzcode: FIQCEN. 
      Oben: Darstellung mit Van-der-Waals-Radien, 
      Unten: Darstellung als Kugel-Stab-Modell.

      Samstag, 4. August 2018

      Secondary Publication Rights

      Open Access und Zweitveröffentlichungsrecht


      Die Bibliothek von Alexandria war das größte Repositorium wissenschaftlicher Texte in der Antike. Leider brannte die Bibliothek ab, siehe Abbildung.
      Heute gibt es viele Repositorien für wissenschaftliche Texte. Als Autor können Sie Ihre Publikationen auf der persönlichen Webseite, bei einem institutionellen Repositorium, bei einem fachspezifischen Repositorium oder sogar bei einem akademischen Netzwerk frei zugänglich machen. Sie müssen dabei aber auf jeden Fall die Lizenzbestimmungen des Verlages, bei dem die Erstveröffentlichung ihres Textes geschah, beachten!

      Mehr über das Zweitveröffentlichungsrecht und die damit verbundenen Möglichkeiten erfahren Sie in dem Artikel "Open Access und Zweitveröffentlichungsrecht" in den Nachrichten aus der Chemie, Band 66, August 2018, S. 751-754. Der Artikel ist übrigens frei zugänglich.



      Die brennende Bibliothek von Alexandria (aus H. Göll: Das gelehrte Alterthum, Verlag
      von Otto Spamer, Leipzig, 1870, S. 363)

      Samstag, 30. Juni 2018

      Dangerous Chemicals

      Für das Sommerloch


      Falls die Katstrophenmeldungen ausbleiben, lesen wir gern etwas Gruseliges. Für die Sommerpause bieten sich das zum Beispiel die "Zehn gefährlichsten Chemikalien" an, nachzulesen bei Spektrum der Wissenschaft. Die Liste ist auf starke Effekte und Emotionen ausgelegt. Thioaceton bietet bestialischen Gestank,  wir erfahren etwas über die stärkste Säure, Explosivstoffe und Giftgase. Die Liste enthält aber auch extrem gefährliche und leider oft unterschätzte Gifte aus der Natur. Dazu gehört Botulinumtoxin. Dieses kann schon in einer verdorbenen Fleischkonserve laueren. Ein weiteres Beispiel ist Aflatoxin B1. Dieses Gift wird durch Schimmelpilze produziert und ist extrem stark krebserregend. 
      Nicht alles was in der Natur vorkommt ist gut und harmlos. Deshalb esst nichts Verschimmeltes oder Verfaultes im Sommerurlaub! Und ja, konservierte Lebensmittel retten jährlich Millionen Menschenleben.

       Abbildung: Molekülstruktur von Aflatoxin B1 (Acta Cryst B26, 1970, 1940-1947, Abbildung erzeugt mit den Daten aus der CSD, CCDC reference 1101579)

      Samstag, 16. Juni 2018

      There are No Bonds - Only Bonding!

      Hier eine Vorlesung von Richard F. W. Bader: "There Are No Bonds - Only Bonding!"
      gehalten in der Reihe "Frontiers in Chemistry" an der Case Western Reserve University im Januar 2008.


      Quelle: Youtube

      Samstag, 9. Juni 2018

      The Father of QTAIM

      Der Vater der AIM-Methode

      Die Quantentheorie der Atome in Molekülen ("QTAIM" oder "AIM") wurde hauptsächlich von Richard F. W. Bader entwickelt. Grundlegende Gedanken seiner Theorien und weiterführende Links findet man auf einer Webseite bei der McMaster University in Hamilton, Ontario (Canada). Dort stehen auch einige auobiografische Notizen von ihm. Darin beschreibt er unter anderem, wie er auf die grundlegenden Ideen zur AIM-Methode kam. Seine Theorie ist in dem Buch "Atoms in Molecules - A Quantum Theory" zusammengefasst. 




      Bader kämpfte leidenschaftlich für seine Ideen und es soll wohl nicht gerade einfach gewesen sein, mit ihm zu diskutieren. Einen Eindruck davon erhält man beim Lesen des Protokolls der "Faraday Discussion" im September 2006.
      Einen Nachruf auf das Lebenswerk von Professor Bader druckte "The Globe and Mail" im März 2012: "Scientist had the proof his thinking was correct". Humorvolle Aspekte zur Persönlichkeit bietet das "Epilog" genannte Kapitel im Buch "A Matter of Density" von N. Sukumar (Herausgeber) auf den Seiten 103 und 104.

      Samstag, 26. Mai 2018

      The truth is out there - in electron density

      Die Wahrheit steckt in der Elektronendichte


      Die Quantentheorie der Atome in Molekülen ("QTAIM") wird vielfach benutzt, um Bindungsverhältnisse zwischen Atomen zu analysieren. Mit dieser Methode bekommen wir Informationen darüber, wie zwei Atome in einem Molekül miteinander verbunden sind. Wir können Atombindungen, Ionenbeziehungen, Donor-Akzeptor-Wechselwirkungen und schwache intermolekulare Wechselwirkungen voneinander unterscheiden. Die Methode beruht auf einer Analyse der Elektronendichteverteilung in einem Molekül. Informationen über die Elektronendichteverteilung erhalten wir entweder aus quantenchemischen Berechnungen oder aus hoch aufgelösten Kristallstrukturdaten. Zentraler Gedanke dieser Methode ist, das Auffinden und die Analyse des bindungskritischen Punktes zwischen zwei Atomen. Dabei handelt es sich um das lokale Minimum (den Sattelpunkt) in der Elektronendichteverteilung zwischen den beiden beteiligten Atomen. Die Methode liefert numerische Werte über die Elektronendichte am bindungskritischen Punkt, die zweite Ableitung der Elektronendichte („Laplacian“) und verschiedene weitere Werte zur Charakterisierung der Elektronendichteverteilung. Außerdem können wir grafische Darstellungen erzeugen, welche die Elektronendichteverteilung im Molekül bildlich wiedergeben.

      Hier einige Beispiele für die grafische Darstellung der Elektronendichteverteilung in einem Molekül. Dafür verwendet man sehr gern die "Laplace-Verteilung". Das sind Darstellungen der zweiten Ableitung der Elektronendichte. Diese zeigt sehr gut die lokale Anhäufung (durchgezogene Linien) oder Verarmung an Elektronendichte an (gestrichelte Linien). Die erste Abbildung zeigt einen Schnitt durch die Molekülebene des Ethylens. Zwischen den Wasserstoffatomen und den Kohlenstoffatomen sieht man überall mehrere durchgezogene Linien. Wie auf einer Landkarte zeigen die einen "Berg" von Elektronendichte an. Das ist das typische Bild für kovalente Bindungen. Zwischen den Atomen wird Elektronendichte akkumuliert.

      Abb. 1: Laplaceverteilung im Ethylen.

      Abbildung 2 zeigt die Elektronendichteverteilung in Lithiumfluorid. Das Lithium ist an Elektronendichte verarmt. Ringsherum sieht man nur gestrichelte Linien. Dagegen hat das Fluoratom viel Elektronendichte in einem engen Bereich um den Atomkern herum akkumuliert. Im Gegensatz zum ersten Beispiel ist auf der Kernverbindungslinie zwischen beiden Atomen gar keine Elektronendichteanhäufung zu sehen. Die Elektronenhüllen beider Atome sind kugelförmig. Das ist das typische Aussehen bei ionischen Bindungsverhältnissen.
      Abb. 2: Laplaceverteilung in Lithiumfluorid.

      Ammoniak (NH3) und Borwasserstoff (BH3) bilden ein Addukt. Es handelt sich um einen weissen Feststoff der Formel H3NBH3. Die Verbindung wird als Amminboran oder Borazan bezeichnet. Die Abbildung 3 zeigt einen Schnitt durch dieses Molekül in der Kernverbindungslinie zwischen Bor- und Stickstoffatom. In der Peripherie des Moleküls sieht man Elektronendichteanhäufung zwischen den Atomen Wasserstoff und Stickstoff. Hier liegt eine kovalente Bindung vor. Das Stickstoffatom hat viele durchgezogene Linien um siche herum. Es thront auf einem Berg von Elektronendichte und hat mit Sicherheit die höchste negative Ladung in diesem Molekül. Um das Boratom herum sind nur gestrichelte Linien zu sehen. Diese zeigen eine Verarmung an Elektronendichte an. Zwischen dem Wasserstoff- und dem Boratom befindet sich eine Anhäufung von Elektronendichte. Diese bricht aber in der Nähe des Boratoms plötzlich ab. Solche Wechselwirkungen werden oft als "intermediate Type" zwischen ionisch und kovalent beschrieben. Aber für eine qualifizierte Aussage ist hier auf jeden Fall eine genauere Analyse der numerischen Parameter notwendig. 
      Bei diesem Molekül möchte ich vor allem auf die Wechselwirkung zwischen dem Stickstoffatom und dem Boratom hinweisen: Entlang der Kernverbindungslinie zwischen beiden Atomen wird ausgehend vom Stickstoffatom Elektronendichte akkumuliert. Man "sieht" hier gleichsam die Donorwirkung des Stickstoffatoms auf das elektronenarme Boratom! Das ist ein schönes Beispiel für eine Donor-Akzeptor-Wechselwirkung.

      Abb. 3: Laplaceverteilung im Addukt aus NH3 und BH3.

      p.s. Ich benutze gern die AIM-Methode. Auf Grundlage der Elektronendichteverteilung in einem Molekül liefert sie klare Aussagen zu den Bindungsverhältnissen zwischen den Atomen. Auch intermolekulare Wechselwirkungen können mit dieser Methode klassifiziert werden.

      Samstag, 19. Mai 2018

      New Pyrotechnics

      Pyrotechnik heute


      In der Angewandten Chemie erscheinen von Zeit zu Zeit Artikel zur Pyrotechnik. Diese spiegeln die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet wider. Im Mittelpunkt steht gegenwärtig die Entwicklung umweltfreundlicher und sicherer Pyrotechnika und Spengstoffe. Hier einige Beispiele aus den letzten Jahren.

      Rote pyrotechnische Leuchtsätze werden in den USA vielfach beim Militär als Signalfeuer, im Zivilleben bei Unfällen und Gefahrensituationen verwendet. Bei der Verbrennung dieser Leuchtsätze werden fein verteilte Strontiumverbindungen und karzinogene poylchlorierte Aromaten (Dibenzodioxine und Dibenzofurane) frei. Die US-Umweltschutzbehörde ist auf dieses Problem aufmerksam geworden und es drohen Regulierungen und gesetzliche Einschränkungen. In zwei Artikeln wurden Lösungen für die Gesundheits- und Umweltprobleme vorgeschlagen. Sabatini und Mitarbeiter entwickelten chlorfreie Leuchtsätze. (Sabatini, Koch, Poret, Moretti, Harbol, Angew. Chem., 127, 2015,11118) Dabei wird Mg/Sr(NO3)2 verwendet, welches durch Zusatz von 5‐Amino‐1H‐tetrazol oder Hexamethylentetramin desoxidiert wird. Diese Leuchtsätze enthalten allerdings noch Strontium.
      Noch einen Schritt weiter geht ein Artikel von 2017. Darin berichten Glück, Klapötke und Kollegen  über ein "Strontium‐ und Chlor‐freies rotes pyrotechnisches Leuchtsignal mit hoher spektraler Reinheit". Die neuen Formulierung verzichtet vollkommen auf Strontium und Organochlorverbindungen. Stattdessen wird ein stickstoffreiches Dilithiumsalz als Oxidationsmittel und Farbgeber vorgeschlagen.  Diese neuen Leuchtsätze sollen eine hohe Farbqualität und Lichtreinheit besitzen. (Glück, Klapötke, Rusan, Sabatini, Stierstorfer, Angew. Chem. 129, 2017, 16733)

      Quelle der Abbildung: Wikimedia Commons.



      Roter Phosphor ist Hauptbestandteil pyrotechnischer Tarnnebel. Diese werden in der Militärtechnik zum Schutz von Schiffen, Truppen und Flugzeugen eingesetzt. Üblicherweise enthalten die Nebelsätze ein energiereiches Reduktionsmittel wie Magnesium oder Silicium und ein Oxidationsmittel wie Kaliumnitrat. Die Verbrennung dieses Gemisches liefert die notwendige Wärme, um den enthaltenen roten Phosphor zu verdampfen. Dieser verbrennt dann mit Luftsauerstoff zu Phosphor(V)-oxid. Der wiederum hydrolisiert an feuchter Luft zu Phosphorsäure. Diese Prozesse verlaufen unter Bildung von großen Mengen weißem Nebel. Solche Nebelsätze sind sehr reibe- und schlagempfindlich. Das führt häufig zu Unfällen. Bei Feuchtigkeitseinwirkung können diese Nebelsätze hoch giftiges und selbstenzündliches Phosphan (PH3) bilden. Auch das ist ein Problem bei der Handhabung und Lagerung dieser Mittel. Wegen dieser Probleme sucht man nach geeigneten Ersatzstoffen für roten Phosphor in Nebelsätzen. 
      Koch und Cudził schlagen als Ersatzmittel Phosphor(V)‐nitrid (P3N5) vor (E.-C. Koch, S. Cudziło, Angew. Chem. 128, 2016, 15665). Dieses kann gefahrlos mit KNO3,  KClO3 und sogar KClO4 gemischt werden. Die von den Autoren vorgeschlagenen Formulierungen sind reibeunempfindlich und wenig schlagempfindlich. Bei der Verbrennung entstehen leistungsfähige Tarnnebel. Die Autoren betonen, dass P3N5 ein sicherer, stabiler und leistungsstarker Ersatz für roten Phosphor darstellt.


      US-Kriegsschiffe testen pyrotechnischen Tarnnebel (Quelle der Abbildung: Wikimedia Commons)


      Die Erzeugung blau leuchtender Flammen ist schwierig und erfordert genau aufeinander abgestimmte Komponenten. Pyrotechniker verwenden für diese Aufgabe Kupfer oder Kupferverbindungen. Diese werden mit einer chlorhaltigen Komponente kombiniert. Bei der Verbrennung soll dann das blau leuchtende Kupfer(I)-chlorid (CuCl) entstehen. Bei der Verbrennung chlorhaltiger organischer Verbindungen entstehen häufig giftige und krebserzeugende polychlorierte Aromaten. Klapötke und Mitarbeiter suchten daher nach eine umweltfreundlicheren Alternative für solche Leutchsätze (Klapötke, Rusan, Sabatini, Angew. Chem. 126, 2014, 9820). Sie schlagen Kupferiodat (Cu(IO3)2) als Oxidator und Farbgeber in chlorfreien blau brennenden Formulierungen vor. Während des Verbrennungsprozesses entsteht die blau emittierende Verbindung Kupfer(I)-iodid (CuI). In der Zusammenfassung des Artikels vermerken die Autoren: "Im Vergleich zu chlorhaltigen Formulierungen wurden durch die beste blau brennende Formulierung auf Basis von Kupfer(I)‐iodid eine höhere spektrale Reinheit, Lichtintensität und Brenndauer erzielt. Ebenso erwies sich diese Formulierung als unempfindlich gegenüber Schlag, Reibung und Hitze."

      Feuerwerk am 4. Juli in Washington (Quelle: Wikimedia Commons)


      Der vielleicht interessanteste Artikel in dieser Serie stammt von Steinhauser und Klapötke ( Angew. Chem. 120, 2008, 3376). In einem großen Übersichtsartikel wenden sich die Autoren der Pyrotechnik mit dem “Ökosiegel” zu. Sie halten die Ökologisierung der Pyrotechnik für überfällig und sehen darin eine chemische Herausforderung. In den ersten Kapiteln beschreiben die Autoren zunächst die klassischen Bestandteile von Pyrotechnika. Dann erläutern sie die Nebenwirkungen der darin enthaltenen Umweltgifte. Je nach Zusammensetzung können giftige Schwermetalle wie Barium, Blei, Chrom und anderes enthalten sein. Diese werden beim Verbrennen der pyrotechnischen Sätze fein in der Luft verteilt! Als eine Alternative für die Herstellung umweltverträglicher Pyrotechnika schlagen sie stickstoffreiche energiereiche organische Verbindungen wie Tetrazole und Tetrazine vor. Diese liefern beim Verbrennen vor allem Stickstoff (N2) - und das ist nun wirklich umweltfreundlich.


      Feuerwerk bei einer Flugshow (Quelle: Wikimedia Commons)

      Donnerstag, 10. Mai 2018

      Fake News and Information Literacy

      Fake-News und Informationskompetenz


      Über dieses Thema (und andere) denkt Thomas Hapke in seinem Blog nach. Er arbeitet als Fachreferent an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Seine Interessengebiete sind nach eigenen Angaben die Förderung von Informationskompetenz, Chemie-Information und die Geschichte der wissenschaftlichen Information. Für mich war der "Fake News Beitrag" auf den ersten Blick interessant.
      Weitere lesenswerte Artikel sind: "Was es heisst, Informationskompetenz kritisch zu sehen" von 2017 und der leider schon etwas ältere Beitrag "Informationskompetenz in der Chemie" von 2011. 
      Lesen.

      Albrecht Dürer: Melancholie (Quelle der Abbildung: Wikimedia Commons)

      Freitag, 27. April 2018

      Bücher publizieren - Ärger mit Verlagen - Open Access

      Andreas Mertin schildert seine Erfahrungen beim Publizieren von Fachbüchern. Zitat: "Die Erfahrung, die ich dann später mit verschiedenen Verlagen machte, war die, dass erwartet wurde, dass ich Texte ganz ohne Honorierung ablieferte. „Seien Sie doch froh, dass wir Sie veröffentlichen, dass dient doch Ihrem wissenschaftlichen Renommee“ wurde mir gesagt."
      Weiter kritisiert er die Vorgehensweise von Google beim Bücher scannen und macht sich Gedanken über Open Access. 


      Der Artikel erschien 2009 in "Tà katoptrizómena, das Magazin für Kunst, Kultur, Theologie und Ästhetik" von Andreas Mertin: "Im Interesse der Sache. Google, Open Access und Heidelberg"


      Abbildung: Mittelalterliche Buchillustration "Vita brevis, ars longa" (Quelle Wikimedia Commons)

      Samstag, 21. April 2018

      Preprints in Chemistry

      Preprints in der Chemie


      Unter diesem Titel haben wir einen Artikel in den Nachrichten aus der Chemie veröffentlicht. Seitdem im vorigen Jahr kurz nacheinander zwei Preprintserver für chemische Fachliteratur online gingen, ist dieses Thema hoch aktuell. Das "Chemistry Research Network" wird vom Verlag Elsevier betrieben. Kurze Zeit später kündigte die American Chemical Society einen eigenen Preprintserver "ChemRxiv" an. Auch dieser ist inzwischen online.
      Das Hochladen von Preprints war bis vor wenigen Jahren in der Chemie eher verpönt. Redakteure von Chemiezeitschriften lehnten vorab veröffentlichte Manuskripte im Allgemeinen ab. Inzwischen hat sich die Einstellung der Zeitschriftenredaktionen jedoch weitgehend gewandelt. Wie der aktuelle Status ist, erfahren Sie in diesem Artikel
      Übrigens: Mitglieder der Gesellschaft Deutscher Chemiker lesen die "Nachrichten aus der Chemie" kostenlos.




      Abbildung: "Opticks" von Isaac Newton. Was Newton mit Preprintservern zu tun hat, erfahren Sie in dem Artikel "Preprints in der Chemie". (Quelle der Abbildungen: Wikimedia Commons)


      Samstag, 10. März 2018

      Hexamethylbenzene as Dication

      Das Hexamethylbenzol-Dikation


      Kohlenstoff bildet im Normalfall vier Bindungen aus. Das können vier Einfachbindungen wie in Alkanen sein. Kohlenstoff kann auch Doppelbindungen oder Dreifachbindungen ausbilden. In allen diesen Fällen kann man aber eine Valenzstruktur mit vier Bindungen formulieren (siehe Abbildung 1).


      Abb. 1: Klassische Bindungsarten bei Kohlenstoffverbindungen.

      Es gibt aber auch Ausnahmen von dieser Regel. Dieser Blog berichtete bereits über fünf- und sechsfach koordinierte Kohlenstoffatome, die in der Koordinationssphäre von Übergangsmetallen  erzeugt wurden. Hier kommt nun ein neues Beispiel für eine exotische und spannende Verbindung. Diese enthält nur Kohlenstofffatome. Es ist ein Isomer vom Benzol. Genauer gesagt ein Dikation des Hexamethylbenzols. Malischewski und Seppelt erzeugten das Dikation C6(CH3)62+ als Salz durch Umsetzung von Hexamethyldewarbenzolepoxid in magischer Säure. Als Gegenion fungiert das SbF6-Anion. Die Details zur Synthese finden sie in der Originalmitteilung in der Angewandten Chemie 129 (2017) 374-376. Es sind verschiedene Strukturen für dieses Dikation denkbar (siehe Abbildung 2). Laut quantenchemischen Berechnungen in der genannten Veröffentlichung besitzt das käfigförmige Isomer b die niedrigste Energie.



      Abb. 2: Berechnete relative Energien von C6(CH3)62+ nach Angew. Chem. 129 (2017) 374-376.

      Den Autoren gelang es, Einkristalle vom Dikation zu züchten und eine Strukturanalyse anzufertigen (siehe Abbildung 3). Tatsächlich liegt hier die käfigförmige Verbindung b vor. Die zentrale Strukturenheit enthält einen regelmäßigen Ring von fünf Kohlenstoffatomen. Über diesem befindet sich ein zentrales Kohlenstoffatom, welches gleichmäßig an die fünf Kohlenstoffatome in der Ebene gebunden ist. Dazu kommt die Bindung zur peripheren Methylgruppe. Damit ist dieses Kohlenstoffatom, sechsfach koordiniert. Es bildet sechs Bindungen zu benachbarten Kohlenstoffatomen aus!



      Abb. 3: Molekülstruktur von C6(CH3)62+ aus der Einkristallstrukturanalye (Abbildung erzeugt mit den Daten aus der CSD, CCDC-Nummer 1496330).



      Abb. 4: Kristallstruktur von [C6(CH3)6](SbF6)2 mit HSO3F im Kristallgitter. (Abbildung erzeugt mit den Daten aus der CSD, CCDC-Nummer 1496330).

      Abbildung 4 zeigt die Kristallstruktur der Verbindung. Die Kohlenstoffatome sind blau, die Wasserstoffatome weiss, die Antimonatome orange, die Fluoratome giftgrün, das Schwefelatom gelb und die Sauerstoffatome rot dargestellt. Es sind drei SbF6-Anionen zu sehen. Eins davon ist fehlgeordnet, deshalb tauchen die giftgrün dargestellten Fluoratome doppelt auf. Zwei der SbF6-Anionen befinden sich auf speziellen Lagen des Kristallgitters (Inversionszentren) und zählen deshalb nur halb. Der Kristallograph bezeichnet das als Platzbesetzungsfaktoren von 50%. 

      Ich möchte noch einmal betonen, das es sich um eine ungewöhnliche, ja geradezu exotische Verbindung handelt. Die Herstellung war sicher sehr schwierig und  beinhaltete unter anderem den Umgang mit Supersäuren und wasserfreiem Fluorwasserstoff. Die Autoren schafften es trotz dieser Schwierigkeiten, die Verbindung zu isolieren, Einkristalle zu züchten und eine Strukturanalyse höchster Qualität anzufertigen. Mein Respekt für diese Leistung!


      Weiterführende Links:

      Samstag, 24. Februar 2018

      How to make a ring out of Nitrogen atoms?

      Das Pentazolat-Ion


      Eine stabile Verbindung aus  Stickstoffatomen ist das N2-Molekül. Es umgibt uns täglich und jeder hat zumindest schon mal davon gehört, dass es Stickstoff in der Luft gibt.
      Größere Verbindungen, die nur aus Stickstoff bestehen, sind eher selten bis exotisch. Kürzlich wurde eine Verbindung isoliert, die das Pentazolat-Anion enthält. Dabei handelt es sich um einen Fünfring, der nur aus Stickstoffatomen besteht und eine negative Ladung trägt. Dieses Anion wurde in Form eines Salzes isoliert. Als Gegenionen (Kationen) fungieren dabei H3O+ und Ammoniumionen. Im Kristallgitter sind noch Chloridionen enthalten. Die Abbildung 1 zeigt die im Kristallgitter enthaltenen Bestandteile. Deutlich ist der Fünfring aus Stickstoffatomen zu erkennen (rosa): das Pentazolat-Anion. Das Chloridion ist grün dargestellt. Ammonium, NH4+, ist das rosafarbene Stickstoffatom, welches von vier Wasserstoffatomen umgeben ist. Die beiden Sauerstoffatome sind rot dargestellt. Diese sind von fehlgeordneten Wasserstoffatomen umgeben. Deshalb sind in der Abbildung sechs Wasserstoffatome pro Sauerstoffatom zu sehen. Die Zusammensetzung dieser Einheiten ist aber H3O+.

      Abbildung 1: Anordnung des Atome im Kristallgitter von  (N5)6(H3O)3(NH4)4Cl. Abbildung erzeugt mit den Daten aus der ICSD 431382.


      Die Verbindung wird von den Autoren als luftstabile weiße Substanz beschrieben. Sie hat eine Zersetzungstemperatur von 117 °C. Die Zusammensetzung des Salzes ist wichtig für die Stabilität des Pentazolates. Das Entfernen von Chlorid oder Ammoniumionen führt zur sofortigen Zersetzung. Offensichtlich sind die Wasserstoffbrückenbindungen im Kristallgitter für die Stabilität der Verbindung verantwortlich (siehe Abbildung 2).




      Abbildung 2: Ausschnitt aus dem Netz der Wasserstoffbrückenbindungen im Kristallgitter von   (N5)6(H3O)3(NH4)4Cl. Abbildung erzeugt mit den Daten aus der ICSD 431382.

      Die Publikation erschien in Science Vol. 355, 2017, 374-376, Titel: Synthesis and characterization of the pentazolate anion cyclo-N5ˉ in (N5)6(H3O)3(NH4)4Cl, Autoren: Chong Zhang, Chengguo Sun, Bingcheng Hu, Chuanming Yu, Ming Lu.
      Übrigens liegt die Publikation hinter einer Bezahlschranke, die ich nicht überwinden kann. Aber über das Problem hatte ich ja kürzlich berichtet. Daher musste ich auf Sekundärliteratur zurückgreifen (Nachr. Chem. 65, 2017, 222). Zumindest konnte ich die Kristallstrukturdaten von der ICSD abrufen.

      Samstag, 27. Januar 2018

      #ICanHazPDF

      Twitter zur Informationsbeschaffung


      "Wie Wissenschaftler Bezahlschranken umgehen" unter diesem Titel berichtete der Chemreporter Marco Körner bereits 2015 über eine originelle Methode der Informationsbeschaffung. Unter dem Tag #ICanHazPDF bitten Wissenschaftler auf Twitter um einen bestimmten wissenschaftlichen Artikel. Wissenschaftler an anderen Einrichtungen, die Zugang zu diesem Artikel haben, schicken diesen dann an die angegebene E-Mail-Adresse. Damit werden die Bezahlschranken der Verlage umgangen. Zum Verwischen der Spuren wird der Tweet anschließend wieder gelöscht.
      Der Hashtag hat bereits einen Eintrag in Wikipedia erlangt, scheint also immer noch gängige Praxis unter Twitter-Nutzern zu sein.
      Anmerkung: Eine solche Praxis der Piraterie kann ich keinesfalls gutheißen. Keiner sollte so etwas tun!
      Die Abbildung habe ich unter Verwendung einer Illustration von John Tenniel zu "Alice im Wunderland" erstellt.

      Samstag, 13. Januar 2018

      How to get more Citations?

      Mehr Zitate erhalten

      Der dritte Artikel  zur Informationskompetenz im Jahr 2017 handelt genau davon: Wie kann ich als Autor viele Zitate für meine wissenschaftlichen Arbeiten bekommen? Dafür gibt es einige Möglichkeiten. Diese sind in dem Artikel "Mehr Zitationen erhalten" (Nachrichten aus der Chemie 65, 2017, 1223-1227) ausführlich beschrieben. Der Artikel beruht teilweise auf einer Publikation von Nader Ale Ibrahim. Der Informationswissenschaftler beschäftigt sich bereits seit längerem mit der Optimierung der eigenen Zitationen und hat diese im Artikel "EffectiveStrategies for Increasing Citation Frequency" (International Education Studies, 6, 2013, 93-99) zusammengefasst.
      Der Zusammenhang zwischen Sichtbarkeit der eigenen Arbeiten und den Auswirkungen auf die wissenschaftliche Karriere ist in nachfolgender Grafik dargestellt.



      Abbildung: Die Sichtbarkeit der eigenen Arbeiten erhöhen („Der Ego-Zyklus“). Illustration: U. Böhme
      Quelle: "Mehr Zitationen erhalten" (Nachrichten aus der Chemie 65, 2017, 1223-1227)