Posts mit dem Label Informationskompetenz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Informationskompetenz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 23. September 2023

Information Literacy Libraries

Informationskompetenz aus der Sicht der Bibliotheken

Über verschiedene Aspekte der Informationskompetenz in der Chemie und den Naturwissenschaften hatte ich in diesem Blog bereits mehrfach berichtet. Benno Homann von der Universitätsbiliothek Heidelberg fasste seine Sicht zu dem Thema in einem Vortrag zusammen: "Vermittlung von Informationskompetenz - Herausforderung und Perspektive für Bibliotheken". Auf der Webseite von Docplayer zeigt es auf der rechten Seite gleich noch weitere Dokumente zu dem Thema an, die bei Interesse gelesen werden können.

Der Vortrag von Benno Homann ist auch als PDF abrufbar.  


Abbildung: "Der Bücherwurm" Ölgemälde von Howard Helmick (Quelle: Wikimedia Commons).

Samstag, 16. Februar 2019

Datenbanken - Fachinformation - Literaturrecherchen - Version 2.0

2013 hatte ich schon einmal eine Übersicht über relevante Datenbanken für Chemiker und Naturwissenchschaftler geliefert. Es ist Zeit für ein Update dieses Posts, da sich inzwischen so einiges geändert hat. Nachfolgend also die aktualisierte Übersicht zu den aus meiner Sicht wichtigsten Datenbanquellen in den Naturwissenschaften. Diese Zusammenstellung ist persönlich gefärbt, desahlb bitte nicht sauer sein, wenn Ihre Lieblingsdatenbank fehlen sollte. 

Das Datenbank-Infosystem der Universitätsbibliothek Freiberg (DBIS) gibt einen sehr schönen Überblick über die verfügbaren online-Datenbanken an unserer Universität.


Hinweis für Leser von anderen Einrichtungen: Zu kostenpflichtigen Datenbanken erhalten Sie natürlich nur Zugang, wenn ihre Organisation (Firma, Universität oder Forschungseinrichtung) entsprechende Lizenzen erworben hat.


1. Wissenschaftliche Suchmaschinen


Google Scholar
Hier kann man gezielt nach wissenschaftlicher Literatur suchen. Dazu gehören Bücher, Zeitschriftenaufsätze und Patente.


BASE - Bielefeld Academic Search Engine
Das ist eine Suchmaschine für wissenschaftliche Dokumente. Aufgrund der Auswahl der Quellen enthält BASE fachlich qualifizierte Informationen in Verbindung mit umfangreichen und hochwertigen Metadaten und unterscheidet sich dadurch von kommerziellen Suchmaschinen (Quelle: Wikipedia).


ScienceResearch
Diese Datenbank verspricht "qualitativ hochwertige Ergebnisse durch Suche mittels fortschrittlicher "federated search technology" in anderen etablierten Suchmaschinen. Die in Realzeit erhaltenen Ergebnisse werden gesammelt, gewertet und Duplikate entfernt." (Quelle: About ScienceResearch.com) Ich habe bisher keine Erfahrungen gesammelt, ob diese spezielle Suchmaschine wirklich einen Erkenntnisfortschritt gegenüber "gewöhnlichen" Suchmaschinen bringt. Das probieren Sie am besten selbst aus!


Worldwidescience
Hier handelt es sich um ein Wissenschaftsportal welches vom Office of Scientific and Technical Information (OSTI) des US-Energieministeriums (DOE) betrieben wird. 




2. Datenbanken


Annual Reviews
  • Fachübergreifende Datenbank
  • Literaturangaben und Abstracts aus Naturwissenschaften, Medizin, Psychologie und Soziologie
  • Die Recherche ist kostenfrei, der Abruf der Volltexte ist kostenpflichtig!

BIOSIS - Biological Abstracts
  • Schwerpunkt der Datenbank ist Biologie und angrenzende Disziplinen (Biochemie, Biophysik, Genetik, Mikrobiologie, Ökologie, Pharmakologie, Paläontologie, medizinische Grundlagenwissenschaften)
  • es werden ca.  6000 internationale Zeitschriften ausgewertet 

ChemSpider
Ist eine frei verfügbare Datenbank chemischer Verbindungen. Sie wird von der Royal Society of Chemistry unterhalten. Das Ziel ist ein umfassender Zugang zu frei zugänglichen chemischen Informationen. Neben der Textsuche bietet ChemSpider eine Struktur- und Substruktursuche mit gezeichneten Strukturformeln an. ChemSpider legt großen Wert auf überprüfte Informationen.


INSPEC (Information Services in Physics, Electronics and Computing)
  • Inhalt der Datenbank entspricht den gedruckten Referateorganen "Physics Abstracts", "Electrical and Electronics Abstracts" und "Computer and Control Abstracts".
  • Damit liegt der Schwerpunkt der Datenbank in der Physik und allen angrenzenden Gebieten (Elektrotechnik, Elektronik, Computertechnik, Regelungstechnik, Informationstechnik, Maschinenbau, Fertigungstechnik und Produktion, Werkstoffwissenschaften, Kerntechnik, Geophysik, Ozeanographie, Biophysik, Biomedizinische Technik)
  • es werden ca. 3850 Fachzeitschriften, ca. 2200 Konferenzserien sowie Bücher, Reports und Dissertationen ausgewertet 
  • Der Zugang ist im Campusnetz über ProQuest möglich. 
  • Die Suche über "Subject Terms" oder "Classification Codes" erlaubt eine verfeinerte Suchstrategie.


Perinorm
Perinorm enthält Normen (z.B. ANSI, DIN, ISO) aus 23 Ländern, technische Regeln, deutsche Rechtsvorschriften mit technischen Bezug, geltende EU-Richtlinien und VDI-Richtlinien. Der Volltextzugriff auf Normen ist nur bei entsprechender Lizenz verfügbar!



PubMed (Public Medline)

  • PubMed enthält die Datenbank MEDLINE
  • In der Datenbank sind Informationen aus der Medizin und angrenzenden Bereichen enthalten.
  • Für die Datenbank werden mehr als 5.600 biomedizinische Zeitschriften ausgewertet.
 
Reaxys

Das ist eine Datenbank für Verbindungen und dazu gehörende Stoffdaten, Synthesen und bibliografische Angaben.Sie enthält Informationen über organische, anorganische und metallorganische Verbindungen,   ausserdem Patente (WO, EP, US) aus Life Sciences und organischer Chemie. Zu jeder Substanz können chemische Informationen, physikalische Eigenschaften, sowie pharmakologische, toxikologische und ökologische Daten abgerufen werden.
Reaxys kombiniert und ersetzt die folgenden 3 Datenbanken:
  • CrossFire Beilstein (beinhaltet die Druckausgabe von K. F. Beilsteins "Handbuch der organischen Chemie" )
  • CrossFire Gmelin (beinhaltet die Daten des gedruckten Gmelin "Handbuch der anorganischen Chemie")
  • Patent Chemistry Database

Scifinder
Scifinder bietet Zugang zur weltweit größten Sammlung chemischer Informationen. Daneben werden auch angrenzende Gebiete wie Verfahrenstechnik, Werkstoffwissenschaften und Biotechnologie erfasst.
Scifinder beinhaltet folgende Datenbanken:

  •     CAPLUS (Chemical Abstracts) und REGISTRY (Substanzen)
  •     CASREACT (Reaktionsdatenbank)
  •     CHEMCATS (Chemikalienkataloge)
  •     CHEMLIST (regulatorische Daten)
  •     Medline


ScienceDirect
  • enthält elektronische Zeitschriften und eBooks des Verlags Elsevier
  • fachübergreifende Datenbank mit Beiträgen aus Keramik, Glas- und Baustofftechnik,
    Medizin, Naturwissenschaft allgemein, Werkstoffwissenschaft / Werkstofftechnologie,
    Wirtschaftswissenschaften
  • Hinweis für Suchende: Sie bewegen sich hier nur im Universum des Verlages Elsevier. Für eine umfassende Recherche sollten sie unbedingt auch andere Datenbanken hinzuziehen!

SCOPUS 
Scopus ist laut Datenbankbetreibern, die weltweit größte Sammlung an Abstracts, Quellenverweisen und Stichwortverzeichnissen im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften, Medizin (STM), Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Datenbank bietet eine Verlinkung zu Volltext-Artikeln und anderen bibliografischen Quellen.

    Springer Link
    Das ist eine umfangreiche Sammlung von Monografien, Handbüchern und Enzyklopädien und Zeitschriftenartikeln des Springer Verlags



    Web of Science
    Ist eine fachübergreifende Datenbank mit einem breiten Fächerspektrum von Kunst-, Geistes-, Sozialwissenschaften, Medizin, Naturwissenschaften und Technik. Diese Datenbank haben wir nicht in unserer Universitätsbibliothek lizensiert.


    3. Patente

    Patente zur Chemie sind grundsätzlich auch in Scifinder enthalten und können zu jedem beliebigen Suchbegriff über "Refine / Document Type / Patent" identifizeirt werden.
    Nachfolgend sind einige kostenlose Patentdatenbanken aufgeführt. 


    4. Nachschlagewerke


    CRC Handbook of Chemistry and Physics
    • inhouse-Datenbank auf CD-Rom    
    • entspricht der gedruckten, jährlich erscheinenden Ausgabe des Handbook of Chemistry and Physics der Chemical Rubber Company CRC
    • Fachgebiete:  Chemie und Physik

    Römpp Online (Römpp-Lexikon Online)
    • RÖMPP Online ist die umfangreichste Enzyklopädie zur Chemie und den angrenzenden Wissenschaften in deutscher Sprache
    • das Nachschlagewerk bietet 60.000 Stichwörter aus fünf verschiedenen Römpp-Lexika zu den Fachgebieten Biotechnologie und Gentechnik, Chemie, Lebensmittelchemie, Naturstoffe, Umwelt- und Verfahrenstechnologie 

    Ullmanns Enzyklopädie der technischen Chemie
    Dieses Werk ist in der neuesten englischsprachigen Version innerhalb des Campusnetzes zugänglich. Unbedingt empfehlenswert, um sich in ein Thema einzulesen, sind die älteren deutschsprachigen Ausgaben. Diese stehen als Hardcopy in der Bibliothek. Hingehen, lesen!


    5. Kataloge


    SWB
    Der Online-Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) weist die Medienbestände von mehr als 1.200 Bibliotheken aus den Regionen Baden-Württemberg, Saarland und Sachsen sowie aus weiteren Spezialbibliotheken aus anderen Bundesländern nach.


    KVK
    Der Karlsruher virtuelle Katalog ist ein Meta-Katalog zum Nachweis von mehr als 500 Millionen Medien in Katalogen weltweit.


    6. Stoffdaten

    Einige der oben aufgeführten Datenbanken enthalten auch Stoffdaten, z.B. Reaxys oder Scifinder. Es gibt jedoch auch Datenbanken, die ganz gezielt spezielle Stoffdaten bereit halten. Dafür einige Beispiele:


    SDBS
    Die SDBS enthält spektroskopische Daten organischer Verbindungen. Nutzer können nach 1H-, 13C-NMR-, IR-, Raman- und Massenspektren suchen. Die Datenbank ist kostenfrei. Sie wird vom National Institute of Advanced Industrial Science and Technology bereitsgestellt. Das ist eine japanische Regierungsbehörde.


    NIST - National Institute of Standards and Technology
    Die US-amerikanische Regierungsbehörde sammelt Stoffdaten und stellt diese zur Verfügung. Die Daten sind geprüft und  voll zitierfähig. Die Webseite ist etwas spartanisch programmiert. Der Zugang zu den Stoffdaten erfolgt über die Webseite http://webbook.nist.gov/chemistry/.



    SPECINFO
    enthält spektroskopische Daten organischer Verbindungen. Die Datenbank kann über eine Webseite bei Wiley-VCH aufgerufen werden. Wir haben leider keinen Zugang zu dieser Datenbank und nutzen sie daher nicht mehr. Der Schwerpunkt der Datenbank liegt bei 13C-NMR-Spektren (fast 100000 Spektren), daneben sind auch IR-, Massenspektren und Heterokern-NMR-Spektren (15N-, 17O-, 19F-, 31P-NMR ) enthalten.



    ICSD (Inorganic Crystal Structure Database)
    enthält Kristallstrukturdaten von rein anorganischen Verbindungen, also alle Verbindungen ohne C-H-Bindungen!


      CSD (Cambridge Structural Database)

      enthält Kristallstrukturdaten von organischen und metallorganischen Verbindungen, also alle Verbindungen mit C-H-Bindungen! Sie wird als inhouse-Datenbank vom Cambridge Crystallographic Data Centre vertrieben. Also fragen Sie bei Ihrer Unversität oder Ihrem Arbeitgeber nach, ob eine Lizenz existiert.


      PDB (Protein Data Bank)
      Diese enthält Kristallstrukturen von Proteinen und biologischen Makromolekülen.


      Abbildungen in diesem Post: Leonhardt Thurneysser zum Thurn "Theosophie und Alchemie", 1574. Bereitgestellt von Deutsche Fotothek, abrufbar bei Wikimedia Commons.




      Noch offen:
      • ProQuest Materials Science Collection
      • Science of Synthesis füher Houben-Weyl
      • Landolt-Börnstein unter Springer Materials
      • STNEasy (Patente) 
      • ViFaBi
      • PubChem

      Donnerstag, 10. Mai 2018

      Fake News and Information Literacy

      Fake-News und Informationskompetenz


      Über dieses Thema (und andere) denkt Thomas Hapke in seinem Blog nach. Er arbeitet als Fachreferent an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Seine Interessengebiete sind nach eigenen Angaben die Förderung von Informationskompetenz, Chemie-Information und die Geschichte der wissenschaftlichen Information. Für mich war der "Fake News Beitrag" auf den ersten Blick interessant.
      Weitere lesenswerte Artikel sind: "Was es heisst, Informationskompetenz kritisch zu sehen" von 2017 und der leider schon etwas ältere Beitrag "Informationskompetenz in der Chemie" von 2011. 
      Lesen.

      Albrecht Dürer: Melancholie (Quelle der Abbildung: Wikimedia Commons)

      Samstag, 21. April 2018

      Preprints in Chemistry

      Preprints in der Chemie


      Unter diesem Titel haben wir einen Artikel in den Nachrichten aus der Chemie veröffentlicht. Seitdem im vorigen Jahr kurz nacheinander zwei Preprintserver für chemische Fachliteratur online gingen, ist dieses Thema hoch aktuell. Das "Chemistry Research Network" wird vom Verlag Elsevier betrieben. Kurze Zeit später kündigte die American Chemical Society einen eigenen Preprintserver "ChemRxiv" an. Auch dieser ist inzwischen online.
      Das Hochladen von Preprints war bis vor wenigen Jahren in der Chemie eher verpönt. Redakteure von Chemiezeitschriften lehnten vorab veröffentlichte Manuskripte im Allgemeinen ab. Inzwischen hat sich die Einstellung der Zeitschriftenredaktionen jedoch weitgehend gewandelt. Wie der aktuelle Status ist, erfahren Sie in diesem Artikel
      Übrigens: Mitglieder der Gesellschaft Deutscher Chemiker lesen die "Nachrichten aus der Chemie" kostenlos.




      Abbildung: "Opticks" von Isaac Newton. Was Newton mit Preprintservern zu tun hat, erfahren Sie in dem Artikel "Preprints in der Chemie". (Quelle der Abbildungen: Wikimedia Commons)


      Samstag, 27. Januar 2018

      #ICanHazPDF

      Twitter zur Informationsbeschaffung


      "Wie Wissenschaftler Bezahlschranken umgehen" unter diesem Titel berichtete der Chemreporter Marco Körner bereits 2015 über eine originelle Methode der Informationsbeschaffung. Unter dem Tag #ICanHazPDF bitten Wissenschaftler auf Twitter um einen bestimmten wissenschaftlichen Artikel. Wissenschaftler an anderen Einrichtungen, die Zugang zu diesem Artikel haben, schicken diesen dann an die angegebene E-Mail-Adresse. Damit werden die Bezahlschranken der Verlage umgangen. Zum Verwischen der Spuren wird der Tweet anschließend wieder gelöscht.
      Der Hashtag hat bereits einen Eintrag in Wikipedia erlangt, scheint also immer noch gängige Praxis unter Twitter-Nutzern zu sein.
      Anmerkung: Eine solche Praxis der Piraterie kann ich keinesfalls gutheißen. Keiner sollte so etwas tun!
      Die Abbildung habe ich unter Verwendung einer Illustration von John Tenniel zu "Alice im Wunderland" erstellt.

      Samstag, 13. Januar 2018

      How to get more Citations?

      Mehr Zitate erhalten

      Der dritte Artikel  zur Informationskompetenz im Jahr 2017 handelt genau davon: Wie kann ich als Autor viele Zitate für meine wissenschaftlichen Arbeiten bekommen? Dafür gibt es einige Möglichkeiten. Diese sind in dem Artikel "Mehr Zitationen erhalten" (Nachrichten aus der Chemie 65, 2017, 1223-1227) ausführlich beschrieben. Der Artikel beruht teilweise auf einer Publikation von Nader Ale Ibrahim. Der Informationswissenschaftler beschäftigt sich bereits seit längerem mit der Optimierung der eigenen Zitationen und hat diese im Artikel "EffectiveStrategies for Increasing Citation Frequency" (International Education Studies, 6, 2013, 93-99) zusammengefasst.
      Der Zusammenhang zwischen Sichtbarkeit der eigenen Arbeiten und den Auswirkungen auf die wissenschaftliche Karriere ist in nachfolgender Grafik dargestellt.



      Abbildung: Die Sichtbarkeit der eigenen Arbeiten erhöhen („Der Ego-Zyklus“). Illustration: U. Böhme
      Quelle: "Mehr Zitationen erhalten" (Nachrichten aus der Chemie 65, 2017, 1223-1227)



      Samstag, 6. Januar 2018

      Die Funktion wissenschaftlicher Bibliotheken

      Wozu noch Bibliotheken?


      Darüber sprach Michael Knoche in einer Sendung im Deutschlandfunk. Den Beitrag können Sie auf der Webseite des Deutschlandfunks nachlesen. Alle darin formulierten Gründe kann ich zwar nicht nachvollziehen. Der Beitrag liefert aber eine solide Grundlage für Diskussionen und genügend Stoff zum Nachdenken.

      Abbildung: Lesesaal der Library of Congress (Foto: Carol M. Highsmith, Quelle: Wikimedia Commons)

      Samstag, 11. November 2017

      Information Literacy 3.0

      Neue Artikel zur Bibliometrie, Altmetrik und Informationskompetenz

      Dieses Jahr haben wir wieder einiges zu diesen Themen in den Nachrichten aus der Chemie veröffentlicht. Da wäre zunächst der Artikel "Die dunkle Seite der Bibliometrie". Wie der Titel schon andeutet werden darin bekannt gewordene Manipulationen und Tricksereien rund um den Impactfaktor vorgestellt. Aber wie Peter Gölitz kürzlich in einem Editorial in der Angewandten Chemie feststellte: "... nach [dem Goodhart-Gesetz] wird jeder Indikator zur Ermittlung der Wirtschaftsleistung nach einiger Zeit nutzlos, da er unweigerlich manipuliert wird." So ist es auch mit dem Impactfaktor.
      Der Artikel zur "dunklen Seite" ist übrigens zur Zeit auf der Webseite von Wiley-VCH frei zugänglich. Hier das Zitat plus Link: Nachr. Chem. 65 (2017) 1024-1027.

      http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/nadc.20174065326/full
      Abbildung: Titelseite der Nachrichten aus der Chemie mit einer Illustration zum Thema "Die dunkle Seite der Bibliometrie"


      Der zweite Artikel beschäftigt sich mit der Altmetrik. Diese könnte eine sinnvolle Alternative zum Impactfaktor bieten und ein realistischeres Bild über die tatsächliche Nutzung der wissenschaftlichen Fachliteratur liefern. Ob das tatsächlich so ist erfahren Sie, wenn Sie den Artikel "Neue Wege in der Bibliometrie" lesen. Zitat plus Link: Nachr. Chem. 65 (2017) 1125-1128.


      Illustration: Uwe Böhme



      Donnerstag, 22. Dezember 2016

      Social Networks for Science

      Soziale Netzwerke für Wissenschaftler


      Soziale Netzwerke gibt es nicht nur für Erika und Max Mustermann, sondern auch für Wissenschaftler.  Solche Netzwerke haben spezifische Funktionen für die Zielgruppe. Viel dreht sich dabei um die Darstellung, den Austausch und die Arbeit mit wissenschaftlichen Publikationen. Wer mehr über Nutzen, Vor- und Nachteile dieser Netzwerke erfahren will, liest den Artikel "Akademisch und vernetzt" in den Nachrichten aus der Chemie.

      Übrigens finden Sie Zusatzmaterial zu diesem Artikel auf meinem Profil bei Researchgate.


      Abbildung: Mattheus van Helmont - Ein Alchemist bei der Arbeit (Quelle: Wikimedia Commons).

      Mittwoch, 21. Dezember 2016

      A Short History of Open Access

      Eine kurze Geschichte von Open Access


      Die Publikationspraxis von wissenschaftlichen Peer Review-Artikeln veränderte sich grundlegend in den letzten 20 Jahren.[1, Literaturstellen am Ende dieses Posts] Die technischen Möglichkeiten des Internets eröffneten völlig neue Möglichkeiten. Elektronisches Publizieren und sofortige Verfügbarkeit von wissenschaftlicher Information sind heute Standard. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre erschienen die ersten Open Access-Zeitschriften. Diese gaben häufig Einzelpersonen heraus. Damals hielten nur sehr wenige dieses Publikationsmodell für eine ernsthafte Alternative zur üblichen Publikationspraxis in kommerziellen Abonnementzeitschriften. Eine zweite Welle von Open Access-Zeitschriften entstand aus etablierten Abonnementzeitschriften, die im Besitz von wissenschaftlichen Gesellschaften sind. Diese entschieden sich dafür, die elektronischen Versionen ihrer Zeitschriften frei zugänglich zu machen. Das British Medical Journal (BMJ) war eine der ersten Zeitschriften, die ihre elektronische Version Open Access bereitstellte [2]. Open Access-Zeitschriften sind vor allem in Lateinamerika und Japan populär. Dort existieren Portale wie Scielo [3, 4] oder J-stage [5], die Hunderte von Zeitschriften für die Herausgeber kostenfrei hosten.
      Die dritte Welle von Open Access-Zeitschriften wurde durch zwei neue Verlage initiiert: BioMedCentral [6] und die Public Library of Sience (PLoS) [7]. Sie führten Publikationsgebühren für Artikel (Article Processing Charge – APC) als Mittel zur Finanzierung der Open Access Zeitschriften ein. Seit 2000 hat sich dieses Finanzierungsmodell weitgehend durchgesetzt. In den letzten Jahren haben alle führenden Verlagshäuser Open Access-Zeitschriften gegründet, die auf diesem Geschäftsmodell beruhen. Führende Open Access-Zeitschriften verlangen für einen Artikel Publikationsgebühren zwischen 2000 und 3000 US$. Die durchschnittliche Publikationsgebühr für alle Zeitschriften, die im Directory of Open Access Journals gelistet sind, lag 2010 bei 900 US-Dollar [8]. Diese hohen Publikationsgebühren stellen für viele Autoren eine Hürde zur Veröffentlichung in Open Access Zeitschriften dar. Kommerzielle Verlagshäuser bieten inzwischen eine Open Access-Option für ihre Abonnementzeitschriften an. In diesem sogenannten Hybridmodell können die Autoren gegen Zahlung einer Gebühr die elektronische Version ihrer Artikel als Open Access-Artikel freischalten lassen. Die Gebühren für diese Option betragen bis zu 3000 US-Dollar.
      https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Open_Access_logo_PLoS_transparent.svg
       Literatur:
      1. Die Geschichte von Open Acces folgt inhaltlich der Beschreibung in: B.-C. Björk, D. Solomon: Open access versus subscription journals: a comparison of scientific impact, BMC Medicine2012, 10:73, DOI: 10.1186/1741-7015-10-73; online abrufbar unter: http://bmcmedicine.biomedcentral.com/articles/10.1186/1741-7015-10-73
      2. Homepage von BMJ: http://www.bmj.com/thebmj
      3. Homepage von Scielo: http://www.scielo.org
      4. Parker, Abel, ed. (2014). SciELO - 15 Years of Open Access: an analytic study of Open Access and scholarly communication (in English, Spanish, and Portuguese). UNESCO. doi:10.7476/9789230012373
      5. Homepage: https://www.jstage.jst.go.jp/browse/
      6. Homepage: http://www.biomedcentral.com/
      7. Homepage: https://www.plos.org/
      8. D. J. Solomon and B.-C. Björk: A study of open access journals using article processing charges. J. Am. Soc. Inf. Sci. Technol. 63, 2012, 1485-1495. DOI: http://dx.doi.org/10.1002/asi.22673

      Mittwoch, 14. Dezember 2016

      Quality of Open Access Publications

      Die Qualität von Open Access-Publikationen


      In den letzten Jahren entstanden sehr viele neue Open Access-Zeitschriften. Ein Teil dieser Zeitschriften und Verlage bewirbt aktiv seine Zeitschriften. Jede Woche erhalte ich E-Mails in denen ich dazu aufgefordert werde, in dieser oder jener Open Access-Zeitschrift zu publizieren. Meist sind es Zeitschriften und Verlage von denen ich noch nie gehört habe. Leider ist es so, dass nicht alle diese Anbieter seriös arbeiten. Bei manchen geht es nur darum, Geld aus den Autoren zu saugen. Diese unseriösen oder auch ausbeuterischen Open Access-Verlage sind gerade dabei, die ganze Open Access-Bewegung zu diskreditieren. In dem Artikel "Open Access - kostenlos oder sinnnlos?" haben wir versucht, Qualitätskriterien für Open Access-Publikationen zusammenzutragen (Nachr. Chem. 64, 2016, 1087-1089).
      Schauen Sie sich diesen Artikel an und prüfen Sie die wichtigsten Kriterien die dort genannt werden, bevor Sie einen Artikel bei einer Ihnen unbekannten Zeitschrift einreichen!

      Übrigens ist dieser Artikel selbst Open Access und kann von jedermann gelesen werden.



      Abbildung: Mattheus van Helmont - Alchemist bei der Arbeit (Quelle: Wikimedia Commons).

      Samstag, 10. Dezember 2016

      The Quality of Scientific Publications

      Über die Qualität wissenschaftlicher Publikationen

      Wie zuverlässig sind eigentlich wissenschaftliche Publikationen? Gibt es Qualitätskriterien mit denen ich die Qualität einer wissenschaftlichen Publikation einschätzen kann?
      Jawohl, dafür gibt es einige Kriterien. Diese erlauben zwar keine hundertprozentig sichere Evaluation, aber sie bieten Anhaltspunkte. Es sind sozusagen "weiche" Kriterien, die eine ungefähre Abschätzung erlauben. Wer mehr über dieses Thema erfahren will, schaut sich den Artikel "Wissenschaftliche Literatur - fundiert oder fingiert" in den Nachrichten für Chemie 64 (2016) 992-994 an.

      Übrigens: Mitglieder der GDCh haben freien Zugang zu diesem Artikel. Loggen Sie sich dafür zunächst auf der Webseite der GDCh ein.


      Abbildung: Mattheus van Helmont - Der Alchemist (Quelle: Wikimedia Commons)

      Mittwoch, 7. Dezember 2016

      Information Literacy - Reloaded 2016


      Die Artikelreihe zur Vermittlung von Informationskompetenz fand im November 2015 mit dem Teil 9 ihren vorläufigen Abschluss. Inzwischen haben wir neue Artikel zu diesem Thema geschrieben. Diese möchte ich in den folgenden Posts vorstellen.



      Montag, 16. November 2015

      Information Literacy - Part 9

      Abschluss der Artikelreihe zur Informationskompetenz

      Über unsere Aktivitäten zur Vermittlung von Informationskompetenz hatte ich bereits mehrfach berichtet. Die Artikelserie in den Nachrichten für Chemie ist nunmher zu einem (vorläufigen) Abschluss gekommen. Hier für Interessenten noch einmal alle Publikationen in umgekehrter chronologischer Reihenfolge. Als Mitglied der GDCh können Sie diese Artikel kostenfrei herunterladen.


      An dieser Stelle möchte ich mich bei Silke Tesch für die fruchtbare Zusammenarbeit bedanken. Die Redaktion der Nachrichten für Chemie hat uns bei der Überarbeitung der Artikel geholfen, auch bei ihnen möchte ich mich herzlich bedanken.

      Mittwoch, 11. November 2015

      Information Literacy - Part 8

      Bücher zur Informationskompetenz und Wissenschaftskommunikation


      Seinen Horizont erweitern kann man tatsächlich mit den Büchern von Peter Burke. Ganz aktuell zum Thema Informationskompetenz passen sicher die Titel "Die Explosion des Wissens: Von der Encyclopédie bis Wikipedia" und "Papier und Marktgeschrei: Die Geburt der Wissensgesellschaft". Der Autor schafft es mit diesen Büchern die Entwicklung der Informationsgesellschaft von den Anfängen bis zur Gegenwart im Ganzen darzustellen. Der Klassiker auf dem Gebiet der Medientheorie ist sicher "Die Gutenberg-Galaxis" von Marshall McLuhan. Das Buch ist bei Archive.org auch im Volltext in Englisch erhältlich.
      Mit Wissenschaftskommunikation beschäftigen sich die beiden Titel "Wissenschaftsjournalismus" und "Wissenschaft vermitteln: Eine Anleitung für Wissenschaftler". Beide stammen von Jutta von Camphausen. Die Bücher sind verständlich geschrieben und hilfreich.


      p.s. Im ersten Buch "Die Explosion des Wissens" wird die "Bergbauschule in Freiberg" auf Seite 157 erwähnt. Was dort dazu steht, müsst ihr selbst heraus finden. Das Buch gibt es in der Bibliothek, Signatur 001Bur. Falls es ausgeliehen ist, müsst ihr es vorbestellen. ;-)

      Freitag, 9. Oktober 2015

      Dominance of a few publishers in Chemistry

      Der Markt für chemische Literatur wird von wenigen Verlagen dominiert

      Zu dieser Aussage kommen die Autoren des Artikels "The Oligopoly of Academic Publishers in the Digital Era" (Vincent Larivière, Stefanie Haustein, Philippe Mongeon) in der Online-Fachzeitschrift der Public Library of Science (PLOS one). Dazu werteten die Autoren 45 Millionen Dokumente aus dem Zeitraum 1973 bis 2013 aus der Datenbank Web of Science aus. Die Untersuchung zeigte, dass in Naturwissenschaften, Medizin und den Sozialwissenschaften die Verlage Reed-Elsevier, Wiley-Blackwell, Springer und Taylor and Francis vor allem seit Beginn der digitalen Ära in der Mitte der 90er Jahre ihren Anteil am Publikationsaufkommen immer weiter steigern konnten. Diese fünf großen Verlagshäuser publizieren inzwischen mehr als 50% aller wissenschaftlichen Artikel (Stand 2013). In den Sozialwissenschaften fand die größte Konzentration statt, 70% der Artikel erschienen bei den fünf Verlagen. Humanwissenschaften sind immer noch relativ unabhängig, 20% erschienen bei den fünf größten Verlagen. Die Naturwissenschaften und die Medizin liegen dazwischen. Bei diesen sind auch starke wissenschaftliche Gesellschaften am Publikationswesen beteiligt, so z.B. die American Chemical Society und die American Physical Society.


      In dem Artikel findet sich im Weiteren eine detaillierte Beschreibung des Publikationswesens in Naturwissenschaften und Medizin: 1973 wurden nur ungefähr 20% aller publizierten Artikel auf diesen Gebieten von den fünf großen Verlagshäusern publiziert. Von 2006 an erreichten diese fünf Verlage zusammen 50% aller publizierten Artikel. Drei Verlage publizierten im Jahr 2013 ca. 47% aller erschienen Artikel auf diesem Gebiet: Reed-Elsevier 24%, Springer 11,9% und Wiley-Blackwell 11,3%. Die American Chemical Society (3,4%) und Taylor and Francis (2,9%) haben nur einen kleinen Anteil am Publikationsaufkommen. Aber immerhin gehört neben den kommerziellen Verlagen auch eine wissenschaftliche Gesellschaft (die ACS) zu den Top Fünf in Naturwissenschaften und Medizin.
      In der Chemie ist die Konzentration des Publikationswesens auf die Top-Fünf Verlage noch höher (siehe Abbildung): 2006 wurden 80 % aller Artikel von fünf Verlagen publiziert. 2013 ist dieser Wert wieder auf 70% gesunken.


      Abbildung: Prozentualer Anteil der Artikel, die von den fünf großen Verlagshäusern zwischen 1970 und 2013 publiziert wurden, aufgeschlüsselt nach Fachgebieten (Abbildung übernommen von Figshare, ursprünglich veröffentlicht in PLOS one).

      Der Artikel enthält auch einen Abschnitt über die Ökonomie des wissenschaftlichen Publikationswesens. Darin wird unter anderem erläutert, warum dieser Zweig des Verlagswesens so hoch profitabel ist (ca. 30 bis 38 Prozent Gewinn im untersuchten Zeitraum). So müssen die Verlage für die Artikel (also die publizierten Inhalte, Neudeutsch: "Content") nichts bezahlen. Ebenso wenig bezahlen sie für die Qualitätskontrolle. Beides wird kostenlos von der wissenschaftlichen Community bereitgestellt. Darüber hinaus haben die Verlage das Monopol über die publizierten Inhalte. Sogar jeder einzelne Artikel kann vielfach an Leser verkauft werden.  Im Gegensatz dazu steigen die Preise für wissenschaftliche Zeitschriften um 5 bis 7 Prozent pro Jahr. Dadurch sind viele Universitätsbibliotheken nicht mehr in der Lage, die steigenden Kosten für Zeitschriftenabonnements zu bezahlen.




      Über den oben genannten Artikel wurde auch in der Juniausgabe von ChemistryWorld berichtet ("Chemical sciences literature dominated by five publishing houses" von Rebecca Trager). Weiter heißt es dort, dass die führenden Verlagshäuser  ihren Anteil am wissenschaftlichen Publikationswesen vor allem durch die Gründung neuer Zeitschriften und durch den Kauf oder die Übernahme bestehender Zeitschriften vergrößerten. Die Royal Society of Chemistry (RSC) publiziert sechs der 20 führenden multidisziplinären  Chemiezeitschriften. Damit hat die RSC ein deutliches Wachstum ihres Marktanteils erreicht und die Impactfaktoren ihrer Zeitschriften in den letzten Jahren deutlich erhöht. Die RSC betont, dass dieses Wachstum nicht durch Aufkäufe bestehender Zeitschriften erreicht wurde, sondern durch den guten Service den die Gesellschaft als gemeinnütziger Verlag bietet.

      Mittwoch, 22. Oktober 2014

      How to create your own Infographic

      Wie macht man eine Infografik?


      Inzwischen kann man Infografiken auch selbst gestalten. Dazu gibt es verschiedene Softwarewerkzeuge im Internet. Damit können Sie ihre Geschäftsgrafiken und wissenschaftlichen Vorträge aufpeppen und mit einer ansprechenden grafischen Gestaltung dafür sorgen, dass wenigstens einige wichtige Details ihres Vortrages im Gedächtnis haften bleiben. Ein Teil dieser Software ist frei verfügbar. Andere Software wird als Testversion angeboten, bei denen man diese eine bestimmte Zeit kostenlos nutzen kann. Bei einigen Anbietern muss man für zusätzliche Optionen etwas bezahlen. Am besten Sie probieren selbst einmal aus, was für Ihre Zwecke geeignet sein könnte.


      Abb. 1: Startseite von vizualize.me

      Nachfolgend sind zehn kostenlose Tools zur Erzeugung von Infografiken aufgelistet. (Die Aufzählung stammt vom Creative Bloq.)
      1. Vizualize 
      2. Google Developers
      3. Easel.ly
      4. Piktochart
      5. Infogr.am
      6. Visual.ly
      7. InFoto Free
      8. Venngage
      9. Dipity
      10. Get About
      Eine weitere Liste mit zehn frei verfügbaren Infographic Tools für soziale Medien finden Sie bei toptensocialmedia.com und eine noch viel längere Liste bei coolinfographics.com.



      An dieser Stelle möchte ich ein paar eigene Versuche wiedergeben:


      Abb. 2: Eine Mengengrafik zu diesem Blog in wenigen Minuten erzeugt mit Easel.ly


      Abb. 3: Eine einfache Alternative wäre das Erzeugen einer Wortwolke mit Wordle.


       Abb. 4: Weil wir gerade so schön dabei sind, hier noch eine Grafik zum Thema "Breaking Bad" ebenfalls erzeugt mit mit Easel.ly.

      Was man mit Infografiken alles anstellen kann, wie gut und einleuchtend damit auch komplexe Sachvrhalte darstellbar sind, sieht man sehr schön in dem Buch Around the World: The Atlas for Today.




      Ergänzung im August 2015:

      Inzwischen hat auch der Taschen Verlag eine Monographie zur Infografik herausgebracht: Understanding the World. The Atlas of Infographics von S. Rendgen und J. Wiedemann (Herausgeber). Das Buch hat ein großes Format und ist großartig in der Gestaltung. Teilweise sind Ausklapptafeln integriert, um komplexe Sachverhalte hinreichend zu visualisieren. Werfen Sie einen Blick in das Buch und lassen Sie sich begeistern!




      Montag, 13. Oktober 2014

      Where to publish negative or null-results?

      Journal of Unsolved Questions


      Die "Zeitschrift für ungelöste Fragen" gibt es nunmehr seit 2011. Ziel der Herausgeber ist es unter anderem, dass auch wissenschaftliche Arbeiten die negative Ergebnisse oder Untersuchungen ohne Ergebnis ("null-results") geliefert haben, veröffentlicht werden. Die Publikationspolitik der meisten wissenschaftlichen Zeitschriften ist so ausgerichtet, dass nahezu ausschließlich positive Ergebnisse und neuartige Entdeckungen  publiziert werden. Das führt zu einer verzerrten Darstellung der Wissensgebiete und leider auch in einigen Fällen zu Betrugsversuchen (siehe Label "Bad Science" in diesem Blog).
      Im Journal of Unsolved Questions (JUNQ) sollen vor allem Untersuchungen veröffentlicht werden, in denen eine Arbeitshypothese weder bestätigt noch widerlegt werden konnte, bei denen eine Standardmeinung in der Wissenschaft nicht experimentell reproduziert werden konnte oder wo ein angestrebtes Ergebnis nicht erreicht wurde.
      Bei vielen Forschungsprojekten entstehen uneindeutige Ergebnisse und nach Meinung der Herausgeber sollte sich das auch in den Publikationen wiederspiegeln. Die Zeitschrift verfügt über ein Peer-Review-Verfahren.
      Weiterhin soll diese Zeitschrift das interdisziplinäre Denken anregen.
      Erwünscht ist außerdem ein Blick aus einer Metaprespektive auf die Wissenschaft als solche. Dabei werden Fragen behandelt wie: Ist die gegenwärtige wissenschaftliche Praxis optimal für den Zuwachs an Wissen? Wie können wir Vorurteile überwinden, die eine objektive Beurteilung wissenschaftlicher Ergebnisse behindern? Was sind die philosophischen Grundlagen der Wissenschaft?
      Diese Zielstellungen haben die Herausgeber der Zeitschrift in ihrem "Mission Statement" formuliert.


      Abbildung: Beispiel für eine Ausgabe von JUNQ.

      Das erscheint mir auf jeden Fall ein ernsthafter und ernst zu nehmender Ansatz zu sein. Die Zeitschrift JUNQ ist frei über das Internet verfügbar. Riskieren Sie doch einmal einen Blick in die aktuelle Ausgabe.
      Damit hat diese Zeitschrift einen deutlich anderen Anspruch als die"Annals of Improbable Research". Diese ist eher als Satire auf wissenschaftliche Zeitschriften angelegt und verleiht den jährlichen Ig-Nobelpreis



      • Pressemitteilung der Universität Mainz: Dritte Ausgabe des Journal of Unsolved Questions (JUnQ) der Graduiertenschule MAINZ erschienen, Forum für ungelöste Fragen der Wissenschaft erhält im ersten Jahr seines Bestehens viel Aufmerksamkeit und Anerkennung. 
      Nachtrag im Juni 2015:
      • Bericht über das Journal of Unsolved Questions in den "Nachrichten aus der Chemie" unter der Überschrift: "Vom Gewinn des Scheiterns"  (Volume 63, 2015, 427-428).

      Donnerstag, 21. August 2014

      Information Literacy - Part 7

      Informationskompetenz und Wissenschaftskommunikation

      Der Verlag De Gruyter gibt eine Buchreihe unter dem Titel "Erfolgreich Recherchieren" heraus. Darin gibt es sehr gute und nützliche Titel zur Vermittlung von Informationskompetenz. Empfehlen kann ich z.B. den Band Erfolgreich recherchieren - Biowissenschaften von Annette Scheiner. In dieser Reihe gibt es auch Titel für verschiedene andere Fachgebiete wie Jura, Kunstgeschichte, Wirtschaftswissenschaften usw..
      Inhaltlich ähnlich, aber allgemeiner gehalten ist das Büchlein Recherche 2.0 - Finden und Weiterverarbeiten in Studium und Beruf. In kurzen Kapiteln werden Suchmaschinen, Kataloge und Fachdatenbanken vorgestellt. Da hier eine breitere Zielgruppe angesprochen wird, gehen die Erklärungen zwangsläufig nicht sehr in die Tiefe. Für eine wissenschaftliche Literaturrecherche im Spezialgebiet findet man hier also längst nicht alle notwendigen Informationen.



      In eine deutlich andere Richtung zielt das kleine handliche Buch Wissenschaft erfolgreich kommunizieren. Sehr klar und unterhaltsam wird darin berschrieben, wie eine Geschichte für eine Tageszeitung entsteht, wie der Dialog zwischen Pressestelle und Wissenschaftsredaktion abläuft und welche Geschichten in einer Tageszeitung wirklich Auflage bringen. Das Büchlein stellt eine schöne Einführung in das Gebiet des Wissenschaftsjournalismus dar.


      Wer sich einen eher systematischen und wissenschaftlich stärker fundierten Blick auf das Themengebiet Wissenschaftskommunikation insgesamt verschaffen will, greift vielleicht zum Handbuch Wissenschaftskommunikation. In der Einleitung werden die drei Ebenen der Wissenschaftskommunikation erklärt. Daran schließen sich größere Abschnitte an, die nach diesen drei Ebenen gegliedert sind und in jeweils mehren Artikeln den Gegenstand von verschiedenen Seiten beleuchten.