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Samstag, 19. Mai 2018

New Pyrotechnics

Pyrotechnik heute


In der Angewandten Chemie erscheinen von Zeit zu Zeit Artikel zur Pyrotechnik. Diese spiegeln die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet wider. Im Mittelpunkt steht gegenwärtig die Entwicklung umweltfreundlicher und sicherer Pyrotechnika und Spengstoffe. Hier einige Beispiele aus den letzten Jahren.

Rote pyrotechnische Leuchtsätze werden in den USA vielfach beim Militär als Signalfeuer, im Zivilleben bei Unfällen und Gefahrensituationen verwendet. Bei der Verbrennung dieser Leuchtsätze werden fein verteilte Strontiumverbindungen und karzinogene poylchlorierte Aromaten (Dibenzodioxine und Dibenzofurane) frei. Die US-Umweltschutzbehörde ist auf dieses Problem aufmerksam geworden und es drohen Regulierungen und gesetzliche Einschränkungen. In zwei Artikeln wurden Lösungen für die Gesundheits- und Umweltprobleme vorgeschlagen. Sabatini und Mitarbeiter entwickelten chlorfreie Leuchtsätze. (Sabatini, Koch, Poret, Moretti, Harbol, Angew. Chem., 127, 2015,11118) Dabei wird Mg/Sr(NO3)2 verwendet, welches durch Zusatz von 5‐Amino‐1H‐tetrazol oder Hexamethylentetramin desoxidiert wird. Diese Leuchtsätze enthalten allerdings noch Strontium.
Noch einen Schritt weiter geht ein Artikel von 2017. Darin berichten Glück, Klapötke und Kollegen  über ein "Strontium‐ und Chlor‐freies rotes pyrotechnisches Leuchtsignal mit hoher spektraler Reinheit". Die neuen Formulierung verzichtet vollkommen auf Strontium und Organochlorverbindungen. Stattdessen wird ein stickstoffreiches Dilithiumsalz als Oxidationsmittel und Farbgeber vorgeschlagen.  Diese neuen Leuchtsätze sollen eine hohe Farbqualität und Lichtreinheit besitzen. (Glück, Klapötke, Rusan, Sabatini, Stierstorfer, Angew. Chem. 129, 2017, 16733)

Quelle der Abbildung: Wikimedia Commons.



Roter Phosphor ist Hauptbestandteil pyrotechnischer Tarnnebel. Diese werden in der Militärtechnik zum Schutz von Schiffen, Truppen und Flugzeugen eingesetzt. Üblicherweise enthalten die Nebelsätze ein energiereiches Reduktionsmittel wie Magnesium oder Silicium und ein Oxidationsmittel wie Kaliumnitrat. Die Verbrennung dieses Gemisches liefert die notwendige Wärme, um den enthaltenen roten Phosphor zu verdampfen. Dieser verbrennt dann mit Luftsauerstoff zu Phosphor(V)-oxid. Der wiederum hydrolisiert an feuchter Luft zu Phosphorsäure. Diese Prozesse verlaufen unter Bildung von großen Mengen weißem Nebel. Solche Nebelsätze sind sehr reibe- und schlagempfindlich. Das führt häufig zu Unfällen. Bei Feuchtigkeitseinwirkung können diese Nebelsätze hoch giftiges und selbstenzündliches Phosphan (PH3) bilden. Auch das ist ein Problem bei der Handhabung und Lagerung dieser Mittel. Wegen dieser Probleme sucht man nach geeigneten Ersatzstoffen für roten Phosphor in Nebelsätzen. 
Koch und Cudził schlagen als Ersatzmittel Phosphor(V)‐nitrid (P3N5) vor (E.-C. Koch, S. Cudziło, Angew. Chem. 128, 2016, 15665). Dieses kann gefahrlos mit KNO3,  KClO3 und sogar KClO4 gemischt werden. Die von den Autoren vorgeschlagenen Formulierungen sind reibeunempfindlich und wenig schlagempfindlich. Bei der Verbrennung entstehen leistungsfähige Tarnnebel. Die Autoren betonen, dass P3N5 ein sicherer, stabiler und leistungsstarker Ersatz für roten Phosphor darstellt.


US-Kriegsschiffe testen pyrotechnischen Tarnnebel (Quelle der Abbildung: Wikimedia Commons)


Die Erzeugung blau leuchtender Flammen ist schwierig und erfordert genau aufeinander abgestimmte Komponenten. Pyrotechniker verwenden für diese Aufgabe Kupfer oder Kupferverbindungen. Diese werden mit einer chlorhaltigen Komponente kombiniert. Bei der Verbrennung soll dann das blau leuchtende Kupfer(I)-chlorid (CuCl) entstehen. Bei der Verbrennung chlorhaltiger organischer Verbindungen entstehen häufig giftige und krebserzeugende polychlorierte Aromaten. Klapötke und Mitarbeiter suchten daher nach eine umweltfreundlicheren Alternative für solche Leutchsätze (Klapötke, Rusan, Sabatini, Angew. Chem. 126, 2014, 9820). Sie schlagen Kupferiodat (Cu(IO3)2) als Oxidator und Farbgeber in chlorfreien blau brennenden Formulierungen vor. Während des Verbrennungsprozesses entsteht die blau emittierende Verbindung Kupfer(I)-iodid (CuI). In der Zusammenfassung des Artikels vermerken die Autoren: "Im Vergleich zu chlorhaltigen Formulierungen wurden durch die beste blau brennende Formulierung auf Basis von Kupfer(I)‐iodid eine höhere spektrale Reinheit, Lichtintensität und Brenndauer erzielt. Ebenso erwies sich diese Formulierung als unempfindlich gegenüber Schlag, Reibung und Hitze."

Feuerwerk am 4. Juli in Washington (Quelle: Wikimedia Commons)


Der vielleicht interessanteste Artikel in dieser Serie stammt von Steinhauser und Klapötke ( Angew. Chem. 120, 2008, 3376). In einem großen Übersichtsartikel wenden sich die Autoren der Pyrotechnik mit dem “Ökosiegel” zu. Sie halten die Ökologisierung der Pyrotechnik für überfällig und sehen darin eine chemische Herausforderung. In den ersten Kapiteln beschreiben die Autoren zunächst die klassischen Bestandteile von Pyrotechnika. Dann erläutern sie die Nebenwirkungen der darin enthaltenen Umweltgifte. Je nach Zusammensetzung können giftige Schwermetalle wie Barium, Blei, Chrom und anderes enthalten sein. Diese werden beim Verbrennen der pyrotechnischen Sätze fein in der Luft verteilt! Als eine Alternative für die Herstellung umweltverträglicher Pyrotechnika schlagen sie stickstoffreiche energiereiche organische Verbindungen wie Tetrazole und Tetrazine vor. Diese liefern beim Verbrennen vor allem Stickstoff (N2) - und das ist nun wirklich umweltfreundlich.


Feuerwerk bei einer Flugshow (Quelle: Wikimedia Commons)

Mittwoch, 22. April 2015

Vorschriften zum Bombenbau

Ob Vorschriften zum Bombenbau im Internet strafbar sind, wollte ich schon länger einmal wissen. Mit juristischen Fragen ist das immer so eine Sache, die lassen sich häufig nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten, sondern erfordern ein vielschichtiges Abwägen der Umstände, Hergänge, Zusammenhänge. Klare Hinweise auf eine Strafbarkeit gibt es auf der Webseite des Cyberfahnders Dieter Kochheim. Unter der Überschrift "Strafbare Bombenbau-Anleitungen im Internet" gibt es eine gute Zusammenfassung der Gesetzeslage in Deutschland. Der Webseite entnehme ich, dass Bombenbauanleitungen im Internet unter bestimmten Umständen strafbar sind.
Das erste Mal auf diese Problematik aufmerksam wurde ich 2006 aufgrund eines Artikels im Spiegel mit der Überschrift "Kleine Sprengmeister" (hier die PDF-Version des Artikels). Darin berichtete Michael Fröhlichsdorf darüber, dass  immer mehr Jugendliche in Deutschland nach Anleitungen aus dem Internet Sprengstoff und Bomben herstellen. Deutsche Ermittlungsbehörden hatten daraufhin Hunderte Strafverfahren eingeleitet. Dass das Problem weiterhin besteht, sieht man aus aktuelleren Presseberichten, siehe z.B. "Die geheime Welt der Hobby-Sprengmeister" im Holsteinischen Courier vom Dezember 2012.
Schließlich gibt es noch den  Journalisten Burkhard Schröder, der seine zensurfeindliche Position bis zur Schmerzgrenze vertritt. So wurde ihm vorgeworfen, Anleitungen zum Bombenbau im Internet veröffentlicht zu haben. Nach einer Wohnungsdurchsuchung und Beschlagnahmung seines Computers kam es zum Prozess vor dem Amstgericht Tiergarten (Bericht über den Prozess bei de.indymedia.org). Er wurde freigesprochen und nutzt seinen Blog, um auf die vielfältigen "Bombenbauanleitungen" im Internet hinzuweisen.
Es gibt sicher auch ein berechtigtes Interesse an Informationen über Sprengstoffe. So bietet z.B. das Büro für Altlastenerkundung und Umweltforschung Dr. Rainer Haas ein "Lexikon der deutschen Explosivstoffmischungen" an. Oder man ruft die entsprechenden Webseiten bei Wikipedia auf. Eine Linkliste mit chemierelevanten Webseiten findet man bei www.lambdasyn.org
Schließlich gibt es noch die Webseite www.bombenterror.de. Das ist allerdings Satire!

Andererseits gibt es auch Fachliteratur zum Thema, die darf wiederum gehandelt und verkauft werden. Da gibt es die klassischen Lehrbücher von Ernst Richard Escales und das dreibändige Werk "Chemie und Technologie der Explosivstoffe" von Tadeusz Urbanski. Aktuellere Titel sind z.B. "Chemistry of High-Energy Materials" von T. M. Klapöthke, "High Energy Materials: Propellants, Explosives and Pyrotechnics" von J. P. Agrawal und "Liquid Explosives" von J. Liu.




Hier noch einmal zur Sicherheit ausdrücklich folgener Hinweis zum Haftungsausschluss: Mit Urteil vom 12.05.1998 (312 O 85/98) hat die 12. Zivilkammer des LG Hamburg entschieden, dass man durch die Aufbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite gegebenenfalls mit zu verantworten hat. Dies kann, so das LG nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich vom Inhalt und der Gestaltung aller verlinkten Seiten. Diese Erklärung gilt auch für alle auf der Website ausgebrachten Links, und für alle Inhalte der Seiten zu denen Links oder Banner führen.

Dienstag, 21. April 2015

Silaexplosives

Silaexplosivstoffe

"TNT ist dagegen eine lahme Ente" betitelte Die Welt einen Artikel über siliciumhaltige Sprengstoffe. Professor Reinhold Tacke und Mitarbeiter tauschen in bekannten organischen Verbindungen einzelne Kohlenstoffatome gegen Siliciumatome aus. Dadurch erhalten sie nützliche Verbindungen mit veränderten oder völlig neuen Eigenschaften. Auf diese Weise haben sie bereits erfolgreich Geruchsstoffe und Medikamente modifiziert. Schließlich veränderten Sie auch Sprengstoffe durch Austausch einzelner Kohlenstoffatome und gelangten dadurch zu extrem gefährlichen Verbindungen.

 Abbildung: Kristallstruktur von Pentaerythritoltetranitrat ("Nitropenta") nach Acta Cryst. B31 (1975) 1864-1869.

Entsprechend dem Konzept des gezielten Atomaustausch ("carbon/silicon switch strategy") tauschten die Forscher in Pentaerythritoltetranitrat das zentrale Kohlenstoffatom gegen Silicium aus. Pentaerythritoltetranitrat ist unter den Bezeichnungen "Penta" oder "Nitropenta" als Sprengstoff bekannt und wird zur Herstellung von Plastiksprengstoff verwendet. Außerdem dient diese Verbindung als Medikament gegen die Verengung der Herzkranzgefäße. Das mit Silicium modifizierte Pentaerythritoltetranitrat ist extrem reaktiv und explodiert schon bei der geringsten Berührung. Daher  kann man diese Verbindung nicht sicher handhaben und einer praktische Verwendung erscheint bisher sehr unwahrscheinlich.
Die Gruppe um Tacke untersuchte noch weitere siliciumhaltige Sprengstoffe. Die Ergebnisse sind in zwei Publikationen zusammen gefasst, die unter nachfolgenden Links abgerufen werden können:
Die Autoren warnen in ihrer Publikation explizit vor den Gefahren im Umgang mit diesen Verbindungen:
Abbildung: Ausschnitt aus der Publikation Journal of the American Chemical Society 129 (2007) 6908-6915.

Eine Erklärung für die extreme Detonationsempfindlichkeit des silciumsubstiuierten Pentaerythritoltetranitrats findet man in Journal of the American Chemical Society 131 (2009) 7490-7491.

Samstag, 15. März 2014

Primary Explosives in Breaking Bad

Sprengstoff bei Breaking Bad

Wer erinnert sich noch an den ersten Auftritt von Heisenberg? In der Fernsehserie Breaking Bad legte sich Walter White dieses Pseudonym für seine Tätigkeit als Drogenkoch zu. In der Mitte der ersten Staffel musste er mit dem Chef einer Rockergang über Zahlungsmodalitäten verhandeln. Dazu hatte er ein Päckchen weisser Kristalle mitgebracht. Diesmal war in dem Päckchen aber kein Crystal Meth, sondern Quecksilberfulminat. Mit nur einem einzigen dieser Kristalle löste er eine heftige Explosion aus und verschaffte sich den notwendigen Respekt für die weiteren Geschäftsverhandlungen. Die altertümliche Bezeichnung für diesen Explosivstoff ist Knallquecksilber. Diese Bezeichnung trifft es ziemlich gut, denn es handelt sich um einen Initialsprengstoff, der schon bei geringer mechanischer Belastung heftig explodiert.  

  Abbildung 1: Heisenberg alias Walter White (Zeichnung: Thomas B.)

Weitere Informationen über Initialsprengstoffe und andere Sprengstoffe findet man in dem Buch "Chemie für Ingenieure für Dummies" vom Verlag Wiley VCH. Hier ein kurzer Auszug aus dem Buch auf Seite 211: "Bleiazid, Pb(N3)2, und Quecksilberfulminat (Knallquecksilber), Hg(CNO)2, sind äußerst empfindlich gegenüber Wärme, Schlag oder Reibung und explodieren sehr leicht, wenn einer dieser auslösenden Faktoren einwirkt. Man verwendet diese Verbindungen daher als Initialsprengstoffe oder auch primäre Explosivstoffe, mit denen man die Detonation auf einen weniger empfindlichen sekundären Explosivstoff überträgt. Mit solchen und anderen Initialsprengstoffen werden zum Beispiel Sprengkapseln im Bergbau oder Zünder von Granaten gefüllt. Die beiden Verbindungen zerfallen bei der Detonation in folgender Weise:
Pb(N3)2 → Pb + 3 N2
Hg(CNO)2 → Hg + 2 CO + N2
Wenn Sie mehr über sekundäre Explosivstoffe erfahren wollen, schauen Sie bitte in Kapitel 19 »Nitroglycerin und Dynamit« und Kapitel 20 »Explosivstoffe« nach."

Die explosive Wirkung von Mischungen aus Ethanol, Salpetersäure und Silber oder Quecksilber wurde bereits im 17. Jahrhundert von den Alchemisten CorneliusDrebbel und Johann Kunckel von Löwenstern beschrieben. Edward Howard isolierte im Jahr 1800 als erster diese Verbindung und berichtete darüber in den Philosophical Transactions of the Royal Society 1800, 90 I, 204. Justus von Liebig und Joseph Louis Gay-Lussac beschäftigten sich mit der Knallsäure und deren Derivaten, hauptsächlich dem Silberfulminat. Dieses ist ähnlich explosiv wie das hier beschriebene Quecksilberfulminat. Weitere Untersuchungen in Zusammenarbeit mit Friedrich Wöhler führten schließlich zur Entdeckung der Isomerie. Die Originalmitteilung von Liebig und Gay-Lussac findet man unter dem Titel "Zerlegung des knallsauren Silberoxydes" in Poggendorffs Ann. Phys. Band 77, 1824, 87-116. Diese ist auch online abrufbar z.B. beim Internetportal journals@UrMEL von der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena oder bei Wileys Online Library.


 

Abbildung 2: Titelseite der Publikation "Zerlegung des knallsauren Silberoxydes"von 1824.

Obwohl Knallquecksilber seit mehr als 200 Jahren bekannt ist, wurde die Kristallstruktur dieser Verbindung erst 2007 aufgeklärt und veröffentlicht in Beck, Evers, Göbel, Oehlinger, Klapötke: "The Crystal and Molecular Structure of Mercury Fulminate (Knallquecksilber)" (Z. anorg. allg. Chem. 2007, Bd. 633, S. 1417–1422). Abbildung 3 zeigt die Molekülstruktur der Quecksilberfulminates Hg(CNO)2. Das Molekül wird aber durch zusätzliche Wechselwirkungen im Kristallgitter stabilisiert (Abbildung 4). Dabei findet eine Koordination der Sauerstoffatome von benachbarten Fulminationen am Quecksilber statt. Die Quecksilberionen erreichen dadurch die Koordinationszahl vier. Die Darstellung der Elementarzelle aus der Kristallstrukturanalyse findet man in Abbildung 5. Diese besteht aus Schichten von miteinander verbrückten Quecksilberfulminatmolekülen.

Abbildung 3: Molekülstruktur von Knallquecksilber (gelb - Quecksilber, grau - Kohlenstoff, rot - Stickstoff, blau - Sauerstoff)


Abbildung 4: Wechselwirkungen mit benachbarten Molekülen
 Abbildung 5: Schichtstruktur des Quecksilberfulminates im Kristallgitter

Dienstag, 16. Oktober 2012

How to build a potato cannon, a tennis ball mortar and other explosive devices

Hinterhof-Ballistik - Wie baut man eine Kartoffelkanone, einen Tennisballmörser und andere explosive Apparate


Ob Vorschriften zum Bombenbau im Internet strafbar sind, konnte ich immer noch nicht abschließend klären. Die Gesetzeslage scheint hier verzwickt, vor allem im Hinblick auf mögliche terroristische Straftaten gab es 2010 eine Verschärfung des Strafrechtes. Nachfolgend ein paar Links zu den Gesetzesänderungen und einem Gerichtsurteil von 2011:
Aber auf jeden Fall gibt es die tollsten Bücher zu dem Thema zu kaufen. Hier ein Beispiel: Backyard Ballistics: Build Potato Cannons, Paper Match Rockets, Cincinnati Fire Kites, Tennis Ball Mortars and More Dynamite Devices von William Gurstelle. Das Werk hat soeben eine erweiterte Neuauflage erfahren. Hier einige Auszüge aus der Inhaltsbeschreibung des Verlags: "Dieser Bestseller aus dem do-it-yourself-Bereich enthält nunmehr neue Projekte, mit denen normale Typen 16 einrucksvolle ballistische Apparate in ihrer Garage oder ihrer Kellerwerkstatt bauen können. Für die Schritt-für-Schritt-Anleitungen benötigt man lediglich preiswerte Haushaltsgegenstände oder Dinge aus dem Baumarkt. ... Die klassische Kartoffelkanone hat jetzt einen bösen Zwillingsbruder - die piezoelektrische Knollenkanone. Der beliebte Tennisballmörser ist ebenso enthalten wie die elektromagnetische Rohrkanone. ... Mit dem Schwerpunkt auf Sicherheit gibt das Buch auch Hinweise auf Problemlösungen und erklärt die Physik hinter den Projekten. ..."
Die Inhaltsbeschreibung klingt jedenfalls faszinierend.




Ich rate hiermit jedermann dringend davon ab, irgend etwas aus diesem Buch nachzubauen! Was in den USA als kleiner Scherz zum 4. Juli durchgehen mag, verstößt in Deutschland gegen das Sprengstoffgesetz und andere Gesetze. Auch eine Kartoffelkanone verstößt gegen das Waffengesetz in Deutschland, siehe diesen Artikel bei Spiegel Online.
Also hier noch einmal der Hinweis: Nichts aus dem Buch nachbauen oder ausprobieren! 

Nachtrag Dezember 2013:
Weitere Bücher zu diesem Thema sind: "Mini Weapons of Mass Destruction". Hiervon gibt es drei Teile (siehe Abbildungen). Diese Bücher haben zwar einen martialischen Titel, beinhalten aber doch eher harmlose Waffen für den "Krieg" in Büro oder Klassenzimmer.

Donnerstag, 15. Juli 2010

Literatur über Sprengstoffe und Explosivstoffe

Man sollte vermuten, dass es schwierig ist, sich Fachliteratur über Sprengstoffe und Explosivstoffe zu besorgen. Dem ist aber nicht so. Man kann ganz einfach einer Reihe von Fachbüchern über dieses Gebiet bei Amazon oder einem anderen Buchversandhändler bestellen. Bei den hier aufgeführten Büchern handelt es sich um Reprints der einzelnen Bände des Grundlagenwerkes „Die Explosivstoffe“ von Ernst Richard Escales. Die einzelnen Bände erschienen ab 1903. Im einzelnen sind folgende Bände als Reprints erhältlich:

Wenn man sich dann unten in den Buchempfehlungen umschaut ("Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch"), findet man noch weitere interessante Bücher aus diesem Wissensgebiet, so z.B.: Bis zu den modernsten Werk, dass aktuelle Entwicklungen und Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Spreng- und Explosivstoffe wiedergibt: Anmerkung: Bei allem was Sie mit diesen Büchern anfangen wollen, beachten Sie unbedingt das Sprengstoffgesetz! Lesen dieser Bücher ist erlaubt. Jegliche Herstellung, Umgang, Verkehr, Gebrauch usw. von Spreng- und Explosivstoffen ist in diesem Gesetz streng geregelt und wird mit empfindlichen Strafen geahndet.

Demnächst an dieser Stelle: Die Sprengstoffszene in Deutschland - harmlose Leute mit einem exzentrischen Hobby oder gefährliche Spinner?

Dienstag, 6. Juli 2010

Wie gefährlich sind chemische Experimentierbücher? Sollte man diese verbieten?

Experimentierbücher enthalten teilweise gefährliche Experimente und könnten sozusagen als Anleitungen zum "Bomben basteln" interpretiert werden. Man sollte natürlich annehmen, dass es für den normalen Verbraucher nicht möglich ist, sich gefährliche Chemikalien zu besorgen. Allerdings haben die Sauerland-Bomber das Gegenteil bewiesen. Durch ein paar Bestellungen haben sie sich große Mengen Wasserstoffperoxid und andere Chemikalien besorgt, mit denen sie ihre Bomben bauen wollten.

Nicht alles was möglich ist, auch erlaubt. Nur weil man sich im Laden ein langes Messer kaufen kann, darf man damit nicht auf Leute einstechen. Man muss in jedem Fall die gesetzlichen Vorschriften beachten. Das sind im Fall der Experimentierbücher z.B. die Gefahrstoffverordnung, das Chemikaliengesetz und das Sprengstoffgesetz. Die im Artikel vom 07. März 2010 genannten Bücher sind durchweg sorgfältig mit Warninweisen zur Durchführung der Versuche versehen. Insofern sind elementare Sicherheitsanweisungen enthalten. Die gesetzlichen Vorschriften muss sich allerdings jeder Leser selbst raussuchen, durchlesen und dan auch befolgen, damit er nicht mit dem Gestz in Konflikt gerät. Also es gilt: Eigenverantwortung für die Nutzer der Bücher.

Demnächst in diesem Blog: Historische Lehrbücher über Sprengstoffe, wie kann man sich diese besorgen und was sollte man nicht damit anfangen.