Strahlendosis
Beim Auftreffen auf Materie geben alpha-, beta- und gamma-Strahlen Energie ab. Dabei werden Atome und Moleküle angeregt oder sogar ionisiert. Daher wird radioaktive Strahlung auch als
ionisierende Strahlung bezeichnet. Auch die Neutronenstrahlung wird zur ionisierenden Strahlung gezählt. Neutronen können zwar nicht direkt mit Elektronen der Elektronenhülle in Wechselwirkung treten, da sie elektrisch neutral sind, sie können jedoch über Reaktionen mit Atomkernen ionisierende Strahlen auslösen.
Die ionisierende Strahlung verursacht physikalische, chemische und biologische Veränderungen in der durchstrahlten Materie. Zur genaueren Beschreibung der Wirkung ionisierender Strahlen wurde der Begriff der
Strahlendosis eingeführt. Hierbei wird zwischen Energiedosis und Äquivalentdosis unterschieden. Diese beiden Begriffe möchte ich Ihnen nachfolgend erklären.
Energiedosis
Die
Energiedosis D ist die je kg eines beliebigen Stoffes absorbierte Strahlungsenergie. Die Maßeinheit für die Energiedosis ist das
Gray (Gy).
Ein Gray entspricht der absorbierten Energie von 1 J/kg.
1Gy = 1 J/kg
Äquivalentdosis
Viel häufiger wird in letzter Zeit jedoch die
Äquivalentdosis H diskutiert.Darunter versteht man die absorbierte Strahlungsenergie je Kilogramm biologischem Gewebe, die den gleichen biologischen Effekt hervorruft, wie 1 Gy gamma-Strahlung mit einer Energie der gamma-Strahlung von 200 keV.
Da die einzelnen Strahlungsarten unterschiedlich starke biologische Wirkung haben, verwendet man zur Berechnung der Äquivalentdosis einen
Strahlungswichtungsfaktor w
R. Die Beziehung zur Berechnung der Äquivalentdosis sieht dann folgendermaßen aus:
H = w
R . D
Die Äquivalentdosis ist das Produkt aus Energiedosis D und Strahlungswichtungsfaktor w
R. Die Einheit der Äquivalentdosis ist
Sievert (Sv) und auch hier gilt die Umrechnung: 1 Sv = 1 J/kg. Häufig werden Millisievert angegeben, also tausendstel Sievert.
Der Strahlungswichtungsfaktor trägt der unterschiedlich starken biologischen Wirkung der einzelnen Strahlungsarten Rechnung. Hier eine Übersicht über diese Wichtungsfaktoren für einige Strahlungsarten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wer es genauer wissen will, schaut bitte in die
Strahlenschutzverordnung der Bundesrepublik Deutschland. In der
Anlage VI sind die Wichtungsfaktoren aufgelistet.
| Art der Strahlung |
Energie |
Strahlungswichtungsfaktor wR |
| beta- und gamma-Strahlung |
alle Energien |
1 |
| Neutronen |
kleiner 10 keV |
5 |
| Neutronen |
10 bis 20 keV |
10 |
| Neutronen |
100 keV bis 2 MeV |
20 |
| Neutronen |
2 MeV bis 20 MeV |
10 |
| Neutronen |
größer 20 MeV |
5 |
| alpha-Teilchen |
alle Energien |
20 |
Effektive Dosis
Weiterhin muss man noch beachten, dass Strahlung die verschiedenen
Gewebe des Körpers in unterschiedlicher Weise schädigt. Während die Haut
etwas mehr Strahlung aushält, sind z.B. Keimdrüsen besonders
empfindlich. Die aufgenommene Strahlungsdosis muss für eine genauere Abschätzung der Auswirkungen noch
entsprechend der verschiedenen Organe gewichtet werden. In diesem
Zusammenhang wird von
effektiver Dosis gesprochen.