Neues aus der Welt der Cyclopentadienyl-Verbindungen
Boronski et al. berichteten 2024 über einen hochvalenten Nickelkomplex (J. Am. Chem. Soc. 146, 2024, 35208-35215). Dieser wird duch sechs Cyclopentadienyl-Beryllium-Einheiten (CpBe)- stabilisiert. Bisher waren nur NiX₄-Komplexe bekannt. Höhere Oxidationsstufen vom Nickel sind bislang nicht identifiziert worden. Die Autoren berichten über einen stabilen, kristallinen NiX₆-Komplex, Ni(BeCp)₆ (Cp = Cyclopentadienyl-Anion), der durch die Insertion von nullwertigem Nickel in drei Be–Be-Bindungen entsteht (siehe Abbidlung). Die 16-Elektronen-Verbindung weist ein invertiertes Ligandenfeld auf, ist diamagnetisch und besitzt aufgrund der Aufhebung der Entartung der Ni-4p-Orbitale in dieser molekularen Geometrie eine C₃ᵥ-Symmetrie.
Bischoff et al. publizierten 2024 (Nature Chemistry 16, 2024, 1093–1100) die Strukturanalyse eines heterobimetallisches Dimetallocens mit einer Lithium-Aluminium-Bindung. Die Verbindung (siehe Abbildung) entsteht durch Kopplung von Lithium- und Aluminyl-Fragmenten die jeweils mit Pentaisopropylcyclopentadienyl-Liganden stabilisiert sind. Voraussetzung für das Gelingen der Synthese ist die Isolierung eines Cyclopentadienyl-Aluminyl-Monomers. Die Al–Li-Bindung besitzt einen stark ionischen Charakter und wird zusätzlich durch attraktive Dispersionswechselwirkungen zwischen den Isopropylgruppen der Cyclopentadienyl-Liganden stabilisiert. Reaktivitätsstudien zeigen, dass die Al–Li-Bindung leicht gespalten werden kann.


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